Mon Frere!
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Mein letztes vom 1 ten hujus wird nun in Mon Frere Händen seyn. Mein Decretum über das Additamentum Instituti vom 16 ten Decembr. werde nun bald erhalten, und wie vorher;vernehme, ohne daß mir werden Scrupel gemacht werden, nachdem man bey Rath von Mon Frere Bey- tritt versichert ist, auch den Ankauf des von Stetzenbachischen Hauses gesehen, das zu größester Zufriedenheit^ der gantzen Stadt zu meinem Bürger- und ^eysassen Hospital tum Iheil dienen soll vor alle 3. Seligiones, jedoch reservatis PatriüML juribus, wodurch denn wie überhaupt, mein Geld gut angewendet ist, sonderlich aber, daß bey jetziger Armuth das a£>rarii den Kauf Schillingen sonsten bestreiten kann, und mein Capital ä fl 100000* völlig unberührt bleibet.
Daß ich bey dem Haus Kauf reussirt, ist Ursache, daß unsere Junckern theils kein Geld haben, theils allzu geitzig sind, theils als faule Müßiggänger sich nicht XX helfen und zu rechter Zeit Ja sagen können. Es ist das beste^ lunckern-Haus unter allen in der Stadt und hat große Bequemlichkeit. Über alles das aber sehe ich, da£ was Gott haben will, geschehen müsse, sollten auch die Leute blind und thöfcciht drüber werden.
Je mehr ich mein Haus ansehe, je mehr es mir gefällt, und hoffe, unter Gottes Beystand, etwas recht gutes daraus zu machen.
Mon Frere schräbt mir in dem letzten, der Herr Oberappellat.
Rath Meckel zu Darmstadt wolle gerne Reichshofrath werden. Dürfte es sich bey jetziger favorables Saison nicht schicken, daß ich meine fl 11000. cam interesse von Darmst^dt gezahlt bekäme? Es würde mich in meinem Vorhaben sehr erleichtern. Ich bitte mir mit nächstem hierüber Antwort aus.
Unser Bruder bezeigt große Lust in gedachtem Haus künftig bey mir zu wohnen. Ich glaube aber es sey besser wir bleiben separirt, und damit werden wir immer gute Freunde seyn. Wäre er in der Ordnung wie er seyn sollte und könnte, hätte ich gar keinen Anstand.
Die alte Fra ; u von Wiesenhütten fährt in ihrer Besserung fort.
Ein Druck des Instituti wird ohne Zweifel sehr gute Wirkung haben, und was letzthin von einer praefation unseres Renati geschrieben habe, dazu selbst nur wenige Worte vor mich \ part zu machen gedenke, wird verhoffentlieh bey Mon Frere Gutheißung finden.