Ich wollte mich glücklich schätzen, wenn Ans von Kaibische
Haus sogleich haben könnte; aber der von Kaibische Erbe und Tochtermann, Herr von Gunderrode, ist noch nicht zu dem Bau, den er auf der großen Eschenheimer Gasse vornehmen will, zu bewegen. Ich glaube auch daß er etwas Recht dazu habe, well bey dem Conventionsgeld gleichwohl alles erschrecklich tbeuer ist, und noch Zeit verstreichen mögte, bis die Bau Materialien und der Arbeitslohn herabkommen. Auch wächst inzwischen, wenn noch etwas warten muß, mein Capital erstlich noch an, daß mit den fl 100000. mein Wort erfüllen kann, daher die Sache nehmen muß^ wie sie.liegt. Sodann kann allzeit
vor ein Logis des nitaufsehers in demselben Rath werden, da^an es
groß genug wäre. Den Kauff kann ich noch zur Zeit nicht
machen, sondern muß mich nur damit begütigen, daß Herr von Gunderrode vor andern mir und den Medici das Raus, so er es veräußert, gönnen will; inzwischen refiectire auf nichts anders, und habe auch das von -L-ersnerische daneben gelegene Haus, welches ich hätte haben können, fahren gelassen, weil es zu dem Vorhaben, und sonderlich das Theatrum anatomicum aufzuschlagen, nicht tauglich gewesen.
Ich glaube endlich, da Mon Frere Selbst mit seiner Familie comparirt, mann solle bey Rath den Aufsatz gelten lassen; und ich frage dabey an, wann denselben daraußen überreiche^, ^uf welchen Fall ihn zuvor noch in Copia Mon Frere zuschickep wie er übergeben werden soll, ob Mon Frere erlaube, daß dabey melde, Mon Frere habe ihh schon inspicirt, t^/!ihabirt und angenommen?
Ich traue unsern Schacherern allhier selbst nicht im geringsten, und daher wollen wir die Sache so gut verwahren als möglich ist.
Vale cum famila ....
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Ffurth den 11 ten Junii 1765