Mkgen vor einen Galumnianten welcher mir nachredet daß ich mich / zumahl gefährlicher Chymifcher ^ledicamenten bediene.

Es scheinet daß diese mir gemachte nachtheilige Opinion ofcwCaiumnie von einem oder andern Neidharten herrühre / von deme es geheissen: Caiumniare audato iemper aüquid h^ret: Erinnere mich auch noch wohl deß/ von einem nunmehr ruhenden alten Medico, gegen Mich getragenen sonderbahren Hasics f welcher wohl das gröste Funda­ment in diesem Stück zu meiner Verkleinerung / bereits vor verschiedenen Jahren / bey vielen Vornehmen dieser Stadt mag geleget haben. (c)

Ob auch nicht einige unserer Del ren Aporhccker und Ghirurgorum das Ihrige bey- getragen/ zweiffele fast nicht / indem ich bald von diesem bald jenem vernehme / es seyen zum wenigsten einige derselbe meine gute Freunde nicht: worvon ich mir wohl keine ande­re Ursacheinbilden kan/ als vielleicht folgende: Nemlich in meinen ersten in druck gege­benen Schriffren urMe ich/ (welches/wie ich hernach vernomen/bey einigen nicht geringe ^aioulresolle erweckerhaben) nemlich daß em jeder anfangender k^edieus, gleich auchmGacdsenamtz-aile^lcdjcithutt/ ielber solle lernen Artzne^e machen/ darnir er deren Eigenschaffren auß eigener Erfahrung wisse/ und gewiß verircherr seye.

Es trüge sich nach dem zu daß ich in An. 1690, von einem Hochlöbl. Zeug Ambt zu hiestger0uarn!sonats^iedicu5bestelltwurde/worbeymir sogleich anbefohlen ward/auff einige benage zu gedencken / welchergestalt man die 5oidace5ca nicht nur mit tüchtigen/ fondern auchzuLeich wolfeilen^lediLamentenversorgen möge. Zu solchem am fuglich- stenzugclangen/wardbeyHochlöbl.Zeug-Ambtreadvirt/einensogenandten Feldkasten oder kurye Apochccke anzurichten. Weilen aber umb dieses zu redrelfiren der bißher ge­wesene Guarmi'on Apothecker psterirte. die jcnige Artzneyen welche ichvordieGuarmfion verordnen würde in solchem Preißzu geben/ als ichsiecaxiren würde/st bliebe es darbey/ machten einen solchen Tax wie er bey Hochldblichrm Zeug-Ampt annoch zlrfinden; wel­cher so viel gefruchtet/ daß nichtnurdicsePattemenmitdenbewehrtesten / sondern

müssen; und solchergestalt allhlervordreÄrmen/ohneRuhm/ bereits mehr Dlenstege- than/ alsikeiner von meinen Vorfahren sich hat unterstehen wollen; ob auß diesen oder jenen Ursachen/ lasteich dahingestelletsein. Dochistdiesememegutemrennonzumwe- ntgsten Einerseits mir nicht zmn besten gelungen/ in dem ich dardnrck einiger Ungunst/ auffden Hals laden / undatterhand Widerwillen mich expon irenmüssen.

Bey Bedienung der Guamifon hat es auch seine grosse Last/in dem solcher Leute Genius gar divers , da man bey manchem/ vor seine Treue Dienste / an starr eines Dancks/ Gchmehe-wort hören mnß / dem einen ist das Pulver nicht recht/ dem andern das Wasser zuwider / oder diese/ oder jene Metern hatdenest^mchtnach Verlangen so gleich gerhan/ diestrn oder jenem hat man nicht freundlich genug begegnet/ nicht mitleydig genug bedauret / ein anderer beschweret sich / der Medicus besuche ihn nicht; wieesdann/ wann der Patientmzuviel/ in dem stean allen Enden der Stadt verstreuet liegen / nicht allemahl möglich: Auch mehremheils nicht nöthig/ in dem sich wohl man­cher vor gefährlich kranck angeben lasten / der wann ich hinkominen / seinem Schufltcken oder Stehen abgewartet/da er etwan mit einem Fluß/Husten oder derg leichen Kleinigkei­ten bchassret/nichr wol aussdie Wacht ziehen können oder mögen.' un ich ihm zu Hause hat­te genugsam Medicamentm verschreiben können : doch ist dieses mehr einiger deren sorgfäl­tigen Xanthippen, als der Patienten selbffen Schuld/ wann jene etwan im Regen oder Schnee weit nach mir gehen/ mb wegen deß Mannes sich Raths erholen / oderreianon thun sollen/ sicheinbildendstehabennichtnöthigmirnachzu gehen / undweilen ich Sold darvon/ sey es meine Schuldigkeit ihnen nach ihrem Verlangen anffzuwarten/ da mir doch st wenig als meinen antecefloribus, foie Guarnifon, so ftri&e und vor allen andern Patienten zu bedienen anbesthlen. Tröstet mich allch / daß meiner gebietenden Hohen ObrigkeitmehrentheilsmeineDienstebekandtsind/ deren großgünstigen Beseht ich jeder­zeit relpecAreamdnachlebe/aucheinenjedm ordmire und gebe/was ichverstchert bin / nütz­lich und nöthig zu seyn.

Was unsere Herren chirurgos betrifft / glaube daß bereits vor verschiedenen Jahren in

eines

(b) Infitum enim eft mortalibus natura recentem aliorum felicitatem asgris introfpicere oculis, mo-

dumque fortunae in nonnullis magis exigere quam quos in atquo viderc juxta Tacitum.

(c) Eft enim hoc commune vitium in magnis liberisque civitatibus , nt invidia gloriac comes fit, de

iibenter de his detrahauc, quos eminere vident altius Semporon Grachfu .