Anno 1750, Montags, detl.Novembr. No.igg,

Mit RömKayserl.Maj.Allergnadigftem Priviiegio*

In Frarickfurt am Mayn.

Wien, den 7. November.

Iagdlustbarkeiten, welche auf der Uu- / terthanen Ansuchen wegen des überflüßi- «en schwarzen Wrlprets angestellt gewe­sen, sind wegen des eingefallenen Schnee­wetters bis künftige Woche ansgesezet; Unterdessen werden die Kriegs-als Sraatsberathschlagungen bey der noch jeztmaligen Anwesenheit Kayserl. König!. Majestäten zu Schönbrunn noch täglich fortgesezet, und Heist es neuerdingen, daß der aller­höchste Befehl an diejenige Regimenter, welche bishero die Regiments-Hauptabrechnung beym Commissmt-Amt noch nicht prästiret, ergangen feye, solches nächstens dahier zu lassen, bey Stra­fe der Reduction des Regiments und Cassation des Inhabers: Diejenigen Regimenter aber, so Abgang an Mannschaft haben, sotten ohnverlangt, rompletiret werden. Bey denen Könrgl. Ungari­schen National-Truppen ist die Vorsehung gesche­hen, daß eines jeden Regiments vierte Bataillon die Recroutirnng besorgen muß, und sollen nach dem gemachten Projekt des Erzherzogen CarlsLödl. Infanterie-Regiment inGroswardeiner, dasAn- krasiiche in den Segediuer, das Fortgatschische in dem Vesprimer und das Leopold Palfische in den Presburger Distrikt die Recrouten anwerben und in z. Monat hergestellet werden. Der Herr Ge­neral-Feldwachtmeister von Forgatsch ist vor ei­nigen Tagen angelanget, und heisset es, daß dersel­be sich einige Monat in Kriegsangelegenheiten hier aufhalten werde. Diß ist gewiß, daß dessen Regiment, so in der Grafschaft Görz und Gra- difta im Quartier gelegen, am 15. dieses aufbre- cheu, und in die Lombardie gebracht, sodann in MsM künftig Yft Garnisonsdienste verrichten

wird. Der ohnlanst nach Dresden an Herrn Grafen von Sternberg abgeschrkte Eabinetscou- rier ist vorgestern mit wichtigen Depechen wieder: returniet. Der Herr General-Feldmarschall-LieL- renaut, Baron von Bretlach, ist von seiner Herr« schafft allhier wieder eingetroffen und fregueutireL den Kayserlich-Königlichen Hof täglich, marr weiß aber den eigentlichen Tag von desselben Abreise nach Petersburg noch nicht: Indessen ist der Herr Graf Colloredo, welcher künftighin als Kayserl. König!. Gesünder in Petersburg ver« bleiben wird, bereits dahin abgereiset. Heute wird der Kayserl. König!. Hof Schönbrmm ver» lassen und die Burg beziehen, somit diesen Winter über darinnen scjourniren.

Algier, den 1 z. November.

Seit dem der Engellische Chef d'Escadre, Ritter von Keppel, hiesigen Haven wieder verlassen, so prapariren wir uns, von nenem in der See zu kreutzen. Wir halten gar dafür, daß wir uns in Stand stellen müssen, esmitSucceß zuthun, in­dem wir beförchten, daß die nicht zu vergnügliche Antwort, welche ihm gegeben worden, seine Ra« Lion gegen uns mehr und mehr auffbrmgendörfte. Dem zufolge seynd bereits 2.. Kriegs-Schiffe und io. Schrabecken ausgelauffen, und ist die Ordre ergangen, daß denselben in kurzem alle ander gros­se Schiffe, welche in unserer Macht sind, folgen sollen. Zwry Patres des Orden der Iungftaude ta Merci und einige Mathuriner haben hier un- gefehr huntert und siebenzig Sklaven loßgekanf» fet. Mit Ende dieses Monats werden auch eim- ge Spanische Mönche hier erwartet, um eben­falls einen Theil der Sklaven von ihrer Ration loßManfferr.