vsrschiessst. Jhro Königliche Hoheit, der Dau­phin, sind Donnerstags zu Versailles wieder an- gelanget, und den irren dieses wird der gantzs Hof allda erwartet.

Eompiegne, den 6 , Aug.

Am verwichenen Mittwoch wurde in Gegen« wart Ihrer Majestät, des Königs, grosser Rath oehalten, welcher 6 . Stunden gedauert, worauf sich der Herr von Tougeres, Gefreyter der Kö­niglichen Leid-Garde, auf Befehl des Königs nach dem Parlement zu Rouen verfüget, und ist allda als Königlicher Commissarius angekommen, wo er in der grossen Cammer den ersten Platz für sich eingeraumt haben wollen; da ihm aber die Par» lements-Giieder nur den ersten nach den ältesten Dechanten derer Raths-Herren gestatten wollen, hat derselbe sich nicht damit befriedigen lassen, sondern sich in die Mitte des Zimmers gestellet, alsdann den Parlements-Herren einen versiegel­ten Brief des Königs beüandiget, worinn Se. Majestät denen Raths-Gliedern aufgegeben, sich zu versammlen, ihre Register aufzuschlagen, und den letzt- ergangenen Arrest wider den Bischof von Evreux auszustceichen, mithin gäntzlich zu vernichtigen. Indem nun die Parlements - Her­ren sich geweigert, solches zu thun, hat obgemel­deter Officier einen zweyren versiegelten Brief denselben zugehändiget, wodurch Se. Majestät befehlen, die Parlements-Register ihm zu über­liefern : welches auch geschehen; allein so bald er sich in Bewegung gesetzt, die in letzterem versie­gelten Brief enthaltene Befehle zu vollziehen, und diesem zu Folge selbst den obigen Arrest aus- zrrstreichLN, sind die Parlements-Glieder sammt» sich aufgestanden, Willens, die Thüre des Zim­mers zu suchen, und sich wegzubegeben; Worauf der Herr Tougeres ihnen vorgestellet: Daß diese ihre Thätiakeit einen offenbaren Ungehorsam ge­gen Sr Majestät Befehl an Tag gäbe. Die Raths-Herren fragten ihn alsdann: Ob in dem versiegelten Brief Meldung geschähe, daß sie bey der AnSstreichung des Arrests gegenwärtig seyn müßten ? Darauf der Herr Tougeres mit Min geantwortet. Welchem nach dieselbe alle von ein­ander gegangen. Worauf nun der weitere Erfolg zu erwarten stehet. Se. Majestät haben unter­dessen in Dero Rath das mehrgemeldete Decret gegen den Bischoffen von Evreux caßrrt und ver- nichtiget. Da 8 Parlement zu obgedachtem Rouen dürfte wegen feiner Widersetzlichkeit erfahren,

baß eine schärfere Entschließung heraus kommeZ werde.

London, den 7. Aug.

Es lassen Jhro Königliche Hoheit, der Herzos von Eumverland, euren Canal bey Wmdsor ver­fertigen , so einer der grösten und schönsten wer­den wir, den man jemals gesehen. Es wird auch noch immer sehr cyfrig in den Häven dieses Kö­nigreichs an denen Kriegs-Schiffen gearbeitet, welche man in die See bringen will.

Donau-Strom, den 8.Aug.

Man will versichern, daß Jhro Königs. Ho» heit, der Herzog Carl, sich den 1?. Septemb. mit Ihrer Majestät, dem KMer, nach Prag be­geben, allda den iCtm und i?ten verbleiben, den i 8 ten aber von dannen nach den Oesterrei- chischen Niederlanden wieder abreisen werden.

Berlin, den 9. Aug.

Se. Majestät, der König, haben allergnädigst verordnet, daß von allen Sorte» von Thee, wel­che bey der bevorstehenden öffentlichen Auktion in Embden an die. Meistbietenden verkauft wer­den sollen, wenn solche mit einem Attestat von der Königlich-Preußischen Asiatischen Handlungs- Compagnie in hiesige Provinzen einkommen, an statt 10. Groschen nur 7. Groschen Accise bezahlt werden dürfen.

Hamburg, den io. Aug.

Das Königliche Lust-Schloß Drorttmgholm, wo sich beyde Königliche Majestäten nebst Der» Prinzen aufhalten, ist ein Sammel-Platz vieles Vergnügens. Den r4.Iulii wurde dasGedurts- Fest der Königur Majestät auf eine höchst-- ftyer- liche Weise begangen, da Se. Majest. das z;ste Jahr Dero Alters eingetretten. Der König, um dieser Prinzeß!» eine angenehme Befrembms zu machen, hatte mit vielen Kosten zu Coppenha- gen ein Chinesisches Haus erbauen, und vor we­nigen Wochen nach Drontinghokm bringen las­sen , wo es nahe bey selbige»! Pallast arrfgestelleh worinnen eine Comvdie, Eoncert und Mahlzeit, nach Chinesischem Geschmack zugerichtet; Alle Personen, so dieses Festin bedienet, sind in Chi­nesischer Kleidung erschienen; Das gantze Chine­sische Haus war mit herrlichen Porcellainen aus Sachsen geziert, so der König expreß von Dres­den kommen lassen. Die Befremdung der Köni­gin ist desto vollkommener gewesen, da der Kö­nig alle Zubereitungen mit solcher Geheime ma­chen lassen, daß diese Prinzeßin nicht das nrind»-