Anno 1753. Freytags, Herr 17. AnZnM. No. 13T,

MitRöm. Kayserl. Maj.Mergnädigftem krlvüeZio

In Franckfurt am Mayn.

Wien, den 8 . August.

En 6 ten dieses sind nach beygewohn- tem vormittägigen Gottesdienst beyde Kayserliche Majestäten mit Staat-- und Landes - Angelegenheiten beschäf« tiget gewesen. Nachmittag haben Se. Majestät, der Kayser, mit Dero Herrn Bruder, Herzogen Carl Königlicher Hoheit, und einigen hohen Ca- valiers in der Schönbrunner Gegend mit einer kleinen Jagd sich belustiget. Den 7ten dieses nach dem Gottesdienst, baden sich beyde Kayserliche Majestäten wiederum mit Staats- Sachen be­schäftiget.

Livorno, den 14. Iulii.

Es ist ein Holländisches Schiff, Namens die Heilige Catbarina, hier angelanget. Der Capi- tarn desselben erzehlt, daß, als er zu Malaga ei­ne Ladung Wein für Hamburg eingenommen, er kaum in See gewesen, als er eine Brigantine angetroffen, welche auf ihn zugesegelt wäre, und eine schwartze Flagge aufgesteckt hatte; wie er gesehen, daß es ein See-Räuber, der ihn feind- . lieh angreiffen wollte, hatte er ihm Zwey scharffe Lagen mit Canonen gegeben; hierauf hätte die Brigantine die Englische Flagge aufgesteckt, und immer Mine gemacht, ihn anzugreiffen; dadurch wäre er in seiner Meinung bestarcket worden, und hatte ihm zwey andere Lagen mit Kugeln gegeben; nach diesem hatte die Brigantine die Magge zum drittenmabl verändert, und dieAl- gierische aufgesteckt; als der Capitain gesehen, daß es ein Schrff einer Nation wäre, mit welcher die Holländer in Traktaten stünden, hatte er sich nicht lange bedacht, die Schalouppe auszusetzen;

der Commandant des Algierischen Schiffs, hätte ihn, nach dem er ihm einen starcken VerMis ge­geben, arretiren, und von dem Schiffe den Steuer­mann dreyOfficiers und zwey Matrosen wegnrh- men, und an seinen Boorv bringen lassen; das Holländische Schiff wäre gerade nach Algier ge­bracht und die Ladung von Wein ausgeschiffeß worden; Er, der Capitain, samt seinen Leuten» wäre, auf Ordre des Dey, nach feinem Schiffe zurücke geschicket, und ihm zugleich angezeiget worden, daß erfrey,,wann er wollte, wiederab­reisen könnte. Er hätte die Rückgabe seiner La- dung t oder wenigstens die Schadloshaltung der­selben verlangt; allein man hat ihnen zu erkennen gegeben, daß weder das eine noch bas andere ge­schehen würde. Nachdem er'nun gesehen, daß er sich vergeblich länger aufhalten mochte, und man ihm kein Recht wiedcrfahren lassen würde, hät­te er sich entschlossen, nach einem derer Häven au den Flvrentinischen Cüstcn zu segeln.

Moskau, dcrus. Iulii.

Die jüngste über Astraean aus Persien ange- laugte Briefe melden, daß der neue Persianische Schach, Prinz Heraelius, sich sehr formidabe! mache, und bereits zwey siarcke Armeen nicht weit von denen türckischen Grentzen stehen hätte. Es wären auch noch mehrere Trouppen nach der Provinz Kyland detachiret worden, um die da­selbst sich noch befindliche unruhige Köpfe zum völligen Gehorsam zu bringen, welche auch bereits gröstentheils unterdrücket wären. Es batten di« Rußische Caravanen wieder angefangen, ihren ordentlichen Weg zu nehmen, welches der guten Verordnung des neuen Schachs zuzurchrei-en