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gm, Md gegen Michels-Tag schier allzeit gekäl- tett werden; Au welcher angenehmen und besten Herbstzeit der Most am sichersten in die recht ge­hörige Wein-Jährung allein eingehenkan, wei­len solche alsdann weder durch die Hitz übertrieben, noch durch die Kälte zuruck gehalten wird.

So kan dann in Betracht einer solchen schö­nen und zum Wein-Bau recht vortrefflicbenLands- Gegend nichts anderst von der Natur selbsten b er- vorgebracht werden: Als nur allein ein wahrer und eigendlicher, ja allen anderen recht vorzüg­licher und gesundester Wein.

Auch eben deßwegen ist sich gar nicht zu ver­wunderen.' warum alle bekannte Haupt-Tugen­den eines recht guten Weins schier allein bey hiesigem Rhein-Gewächs oder doch in viel höhe­ren Grad, als bey allen anderen Weinen gefun­den werden, er ist nemlich sehr angenehm und lieblich im Geschmack, auch nur dessen Geruch stärckt das Hertz und erquickt den gantzen Men­schen, wie nicht minder ist er von allen Satz und Unreinigkeit dergestalten gereinigt und gelautert, daß seine Färb wie das feinste Glaß hell und durchscheinend ist, auch biß aufden letzten Tropffen klar lasset; Endlich ist er dabey so Daufferhastc und Bestands, daß er zu Land und Meer, ohn- eracht des beständigen schlagens und rüttlens, in die entferneste Länder ohne abzufallen sich führen