Anno 1755. ( XVIII. Stück.) 4 . Marui.

Mit Römisch- Kaystrttcher Majestät allergnädigstem

PRIVl LE G I O.

Lritischcr Shlphe,

Oder:

Ein gelehrtes Wochcn-Blat,

Wortnnen alle merckwnrdigste Begebenheiten aus dem Reiche der Wissenschaften mitgetheilee, unv die darinnen zum Vorschein kommende Schriften einer gesunden Beurcheilung unterworfen werden.

Frankfurt am Mayn.

Darmstadt.

je sehr sich dir ruhm- würdigsten Thaten Ihro jetzo glsrwür- digst regierenden Bönigl. Majestät in preusten schon verewiget, ist weltkun- dig. Aber von wem können wir auch anders dergleichen Thaten erwarten, als wie eben von dem Preußischen Monarchen, dem weifen Friederich ? Städte zu erobern, seine Staa­ten zu vermehren, den Feind in freyem Feld mit Vorsicht anzngreiffen, und allenthalben den Sieg zu erhalten, sind zwar Thaten, die aller­dings einen starken Helden erfordern. Aber mitten unter diesen Handlungen, die innerliche Ruhe zu befördern, die Wissenschaften zu lieben, rlle Künste und Handlungen in einem blühen- Bi Zustand zu erhalten, und sich eben so viele thronen zu bauen, so viel man Herzen von Un- Mtbanen zahlet, sind Thaten, welche noch nie­mand anders, als nur der weiseste Friederich gethan hat. Wie glücklich sind nicht die Länder, Dienstag.

welche sich rühmen können, von einem so gra­sen Regenten beherrscht zu werden? Wie ver­gnügt lebt nicht daselbst der Gelehrte? Wie zu-» frieden der Unrerthan, und wie freudig der Sol« dar > sehr Zhro Lönrgl. Majestät auch vor das Wohl bero Annen bedacht sind, erhellet vornehmlich aus einem allergnadigsten Befehle welchen Allerhöchst dieselben unter dem istttt September des verflossenen Jahres ausgefertiget- und an drro Regiments Feldscheerer ergehe» lassen.

Diesen Befehl hat vornehmlich Rchts anders verursachet, als weilen sich bcy der Königl. Preußischen Armee so viele Kranken, sowohl an Officiers als Gemeinen finden, welche mit solchen Zufällen beschweret werden, die von der guldmn Ader herrühren, oder doch damit in Verbindung stehen. Da nun nach den eigenen Worten dieses Befehles, nach so vielen betrüb­ten Erfahrungen Ihro Königl. Majestät sich gemüßiget gesehen, zu glauben, daß dieRegl- mentsftldscherer nicht allezeit die nöthigeEinfichl gehabt, dergleichen Krankheiten rinzusehen unv gründlich zu heben; so hat sie dieses bewogen, denenselben in diesem Befehl eine Methode, welche sowohl in der Theorie als Praxi gegrün­det, als allgemein vomschmbkn, nach welcher

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