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De« wohl ausgearbeitttett Blattern des Schwärmers das achtzehende Blat im ersten Bande, wo er den Satz behauptet: «Das Un- glück der Ehe wird durch unregelmäßige -- Gründe der Wahl verursacht; so wird man in dieftm einzigen Stücke schon genug fin­den, wie richtig und reis er schließt. Die deut­sche Übersetzung hat in der That ihren Werth, «nd selbiger würde noch weit wichtiger seyn, wenn sich der Herr Uebersetzer nicht hin und wieder der verhaßten deutschen Schreibart be­diente, auch einige dunkle Wörter, als z. E. enrohniger/ wagltch rc. anbrächte. Indes­sen müssen wir dennoch zu seinem Ruhme sagen, daß er mit unserm ehrlichen alten und wohlver­dienten Buchstaben H lange nicht so unbarm­herzig und grimmig umgeht, wie andere Renlin- ge thun. Was hak denn das arme Ding gesün­digt? Warum will man es denn nach so lan­gen, getreuen und nützlichen Diensten verflossen? Hierbei) fallt uns folgender Umstand ein: Der bekannte Larsdörser wollte schon zu seiner Zeit das H auch ganz aus unserer Sprache ver­bannen ; aber seine Tochter kam mit weinenden Augen zu ihm, und sagte: cc 'Ach ! liebster Pa- ->pa, schaffen Sie doch um des Himmels wil- -- len das H nicht ab, sonst würde ich ja künf- ->tig nicht mehr Jungfer Harsdörftrin heissen! Der Vater ließ sich Zureden.

Leipzig. Bey Gelegenheit der leztern Ma- gistcrpromotion, hat der um die Literan/d sowohl überhaupt, als auch um die Dichtkunst so hochver­diente Hr. P. Chr.si ein vortrefliches Gedicht ver­fertigt, welches de corrigendis rerum inanium

fludiis handelt, und nebst denen Lebensbeschrei­bungen bey Langenheim auf z. Bogen in 4t. ge- druckt ist. Es wird dasselbe besonders denjenigen rrützlkch zu lesen seyn, welche aus einer übermäßi­gen Begierde sich Anhänger zu erwerben und Sck- ren zu stiften, die Kännmiß der wahren und äch­ten Wissenschaften entweder ganz verabsäumen, oder mir den Heiligthümern derselben schlecht um­gehen, und die Perlen öfters denen geben, vor welche sie nicht gehören.

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Die Musen.

OviDIUS, Faßommy iibro I. Ingenium vultu flatque caäitque TUO .

eht! phillis Lippen, Mm Sie . . spricht,

Wo Schönheit, Scherz und Anmuch pran­gen :

Seht Ihrer schwarzen Augen Licht!

Auf! seht den Lenz der frischen Wangen; O, welch ein Vorbild zeigt dies an Vom Reiz, den man nicht sehen kann ?

Isis wahr: Daß ein Omdius Die Dichtkunst der Corinne dankte; Wodurch er so viel Ruhm erlangte:

So folgt hier gründlich dieser Schluß:

Daß einer, der für sDhrllts brenne,

Noch heut ein Dichter werden könne.

L * .

Die Antwort.

HoRATIUS.

Tempora populea fertur vinxijfe corona .

Freund / wie kann dies möglich

fm ?

Mir fällt mein eignes Beyspiei ein:

Die Krone, die mir jüngst die Doris schlau ^ verehret,

Hat leider! meine Brust nicht dichterisch ver- ^ klaret;

AchJ nein, durch sie Hab ich Ttkräons Ehoe t vermehret.

Denn könnt des Dichters Witz durch Lieben

r stets getingen:

Ich wurde wie Lora;, Ov»d und Maro ^ singen.

Jedoch, soll einst dein Trieb zur Dichtkunst ^ ^ ^ glücklich seyn:

So rauche Bnaster pur; trink Toffee/ «nd dann wein.

S * .

Dieses gelehrte Wochenbkat wird alle Dienstag und Freykag bey dem Verleger, Johann Bern­hard Eichenberg, dem Ackern, Buchdrucker, nahe an der Töngesgaffe, n eben dem Trittst schm Hyf gelegen, m iMen Mann genannt, gehrustt Wh Mgegehen.