treuschuldigst und zur allergnädigsten Zufrieden­heit an den Lag zu legen; ein Umstand, den ich noch stets unter die Glückseligkeiten meines Lebens zehle- Wie viel mehr würde ich mich sol- chemnach füo beglückt zu achten haben , wann dey fernerer unendlichster Verehrung der in Ew. Kayserl. Majestät allerhöchsten Person zur.Zierde und zum Wunder von Europa vereinigten so sel­tenen als ruhmwürdigsten Eigenschaften, ich durch ein unverwerftiches und nach gemeinsamen Besten abgemessenes Betragen fähig seyn sollte, Ew. Kayserl. Majestät allerhöchste Huld und Gnade mir mehr und mchr zu erwerben , als wozu ich mich in tiefster Submißion allerunterthänigst em­pfehle.

Antwort hierauf dnrck den Herrn Vice-Eanz- ler, Grafen von Woron;ow.

Gleichwie Jhro Kayserl. Majest. die an Dero Hofe von Seiten des Königs in Polen Majestät fortgesetzte Gesandschafr, als ein Zeichen von De- roselben Freundschaft und aufrichtigen Gesinnung für das wahre Wohl beyder Cronen ausehen; so werden sie nicht ermanglen , alles, was zur Un- terhaudlung des ferneren guten Vernehmens zwi­schen Jhro und des Königs von Polen Majestät gereichen kan , beyzutragen, und bleiben im übri­gen dem Herrn Envoye Extraormnaire mir Kay- serlicher Gnade gewogen..

Italien.

Turm, den is. Dec. Vor den verstorbenen Erbstatthalter der vereinigten Niederlande ist bey Hofe die Trauer auf 14, Tage angesaget worden. Gestern wurde das kleineKriegs-Schif, womit der Englische Lord Forbes dem Herzog von Savoyen-, eine Verehrung gemacht, aus Genua, von den hierzu bestelten Leuten, aufder Schulter in hiesige Stadt gebracht.

Modena, den rr.Dec. Wie man vernimmt, so sind unsere Angelegenheiten mit dem Päbstlichen Hof, zu allerseitigen Vergnügen, bey nahe gänz­lich beygelegt. Zufolge Briefen von Neapoüs hat der König beyder Sicilien die mit Bewilligung Sr. Päbstlichen Heiligkeit eingezogenen Clöster samt darzu gehörigen geistlichen Gütern, bereits in Be­sitz genommen. Die Geistlichen sind in die andern Elöster ihres Ordens; dieGüteraber, in z-Theile vertheilet worden. Von dem ersten werden die milden Stiftungen ; von dem andern die Schul­den bezahlet; der letzte aber wird zu den Funva- dations-Gütern des. grossen Armen-Hospirals ge- jchlagen werden»

Terttschkand.

Dresden, denr^.Dec Nachdem den2.;.Jhro Durchlaucht des jungen Erb-Prinzens Friede rieh August! hoher Geburts-Tag eingefallen, und hoch- dieselben ein Jahr bey allem hohen Wohl und gu­ter Gesundheit zurückgeleget; so erschienen die vornehmsten Ministri, Cavaliers und Damen, bey Hofe, die Glrrckwünschungen abzustatten , wannenhero besagten Tages grosse Gala gewesen. Hochgedachten Prinzens Durch!, haben an diesem Tage zum erlbenmahl dieObristen-Mundirung von dem letzt erledigten, und an hochderoselben aller- gnädigst geschenkten Frankenbergischen Regiment angeleget. Dein Herrn General - Major von Pirch ist das Commandoüber dieses Regiment an- vertranet. Man will nunmehr die hohe Schwan­gerschaft Jhro König!. Hoheir der Cl)ur-Prinzcßin, allhier für gewiß halten, und befinden sich höchst- dieselbe bey allem hohen Wohlseyn. Die vor kur­zem aufdem Tapet gewesene General-Verpachtung des Rauch-und Schnupf-Tobacks in den Ehur- Sächsischen Landen, soll dern sichern Vernehmm nach gänzlich wieder zurückgegangen seyn.

Breßlau, den 2 9. Dec. Laut Briefen aus Tho- ren hat ein dortiges Bürgermeister - Amt eitlem angesehenen Kaufmann daselbst, eine Strafe von 2060. Gulden auferlegt; weil er einer Sünde wi­der das 6te Gebott beschuldiget worden. Esschei- net wohl, daß man nicht an. allen Orten mit den 6ten Gebots-Stürmern so haar scharf verfähret.

viel 2.000. Gulden müsten sonst manche Con- queranten haben? Inzwischen ist doch dieser Kauf- man, durch den Polnischen Cron- Canzler, bey. seiner Durchreise, wieder frei) gesprochen worden, weil sich die Anklage falsch befunden haben soll.

Hamburg, den 1, Jan. Aus einem zuverläßi- gen Schreiben von Dreßden ersiehet man, daß Se. König!. Maj. von Polen, in der Mitte des May- Monats gewiß nach Dero Residenz Warschau auf« brechen werden. Laut Briefen aus Hannover ist die Frau Obrist-Jägermeisterin, Gräfin von Oyn- hausen, in dem leztverwichencn Monat, allda Todes verblichen. Aus Peterssurg siehet man un­term 1 0. December folgende Nachricht: Vorige Woche wurde der Oeuliste, Herr Hilmer, in sei­nem Quartiere arrestiret, weil er wieder die Ver­ordnung des medicinischen Collegii gehandelt,Kraft welcher er vor dem Anfänge seiner Operation sich einem Examen hätte unterwerfen, und in dem Ho­spital an blinden Personen Proben seiner Kunst zeigen sollen, da man ihm daun nach dem Aus-