- „ h
gefeuert, und von Seiten der Stadt wurden Ihre König!. Hoheit mit ioi, die Escadre aber mit 21 Lanonen- schüssen bewillkommet, welche von letzterer mit eben so vielen Schüssen aus dem schweren Geschütze beantwor- tet wurden.
Als die Erzherzogin-Infantin mit Ihrem spanischen Hofstaate an das Land getreten war, und sich nach dem Tursischen Palaste, wo diePrinzeßm von Parma logir ret, begeben hatte, ward Sie von der gleichfals von Ihrem Hofstaate begleiteten Prstnzeßin Lourse von Parma in dem Gardensaale empfangen, worauf beyde Prin- zeßinnen sich auf das zärtlichste unrarmten, und indem Sie sich dieHande gaberr, nach einemZimmer verfügten, worin die in Ihrem beyderftitigen Gefolge befindlichen vornehmsten Personen Audienz erhielten.
Als sich die Erzherzogin-Infantin gegen 11 Uhr hatte ankleiden lassen, wurden die französischen und spanischen Ambaffadricen bey dem Toccador, (d. i. gleich nach Endigung des Ausschmuckes vor der Toilette,) vorgestellet, welche Ehre, der spanischcnHofetiquette gemäß,niemanden, als den Gemahlinnen der Ambassadeurs und den vornehmsten Hofdamen zukomt.
Der Erzherzogin-Infantin König!. Hoheit erhoben sich sodann, in Gefolge Ihres aus Spanien mitgebrachten Hofstaats, nach dem Palaste des Prinzen vonDoria, worin die feyerticheAufnehmung dieserPrinzeßin, durch einen hierzu ausdrücklich vondemHoft zu Wien ernan- ten Bevollmächtigten, vor sich ging. Der zu dieser grossen Feyerlichk^it bestirnte Saal war sehr räumlich und ungemein prächtig ausgezieret. In den an beyden Enden desselben befindlichen Zimmern, hielten sich die zum Gefolge des wienerschen und des spanischen Hofes gehörige Personen auf. Eine mit carmoisinrothen Sammet, der mit goldenen Tressen besetzet war, bedeckte Tafel, stand in der Mitte des Saales. Die Erzherzogin- Infantin trat, in Begleitung Ihres gesamten ausSpa- nicn mitaebrachren Hofstaates, aus dem einen Nebenzimmer, und zu gleicherZeit der bevollmächtigte Ambassadeur Ihrer Kaiserlichen und Römischkönigl. Majestäten, derHr.GrafvonRosemberg, aus dem andern Nebenzimmer, ebenfals in Begleitung des ihm von seinem Hofe mitgegebenen Gefolges, nach dem Hauptsaale. Als die Anwesenden Platz genommen hatten, wurden von dem Secretair des spanischen Hofes, wie auch von dem Kaiser!. König!. Secretair, die nöthigen Acten mit lauter Stimme verlesen. Der Großhaushofmeister der^ Erzherzogin-Infantin, welcher an ihrer linken Hand* stand, verrichtete hierauf eine Anrede an denGrafcn von Rosemöerg, die von diesem beantwortet ward. Hier
^ *' * * ,
v * * V
nächst hatte der Herzog von St. Istevan dre Ehre, Ihrer KöUigl. Hoheit die Hand anzubietc n, alsHochstdie- selben um die Tafel gingen, welche zwischen Ihrem und dem Gefolge des wienerschen Bevollmächtigten stand. Der Graf von Nosemberg trat bis auf die Hälfte dieses Tisches vor, wo ihm der Herzog von S-t. Istevan die Hand dieser Prinzeßin anbot, welche sich ohne ferneres Verweilen nach der Seite des Tisches begab, wo sieb der wienersche Hofstaat befand. So bald dieses geschähe, beurlaubten sich die Damen und andere zur Aufwartung Ihrer König!. Hoheit ausSpanien mitgekommene vornehme Bediente und Cavalliers, nachdem sie zum Handküsse gelassen waren, bey der Erzherzogin-Infantin. Die französischen und spanischen Ambassadeurs bey dem turinischen Hofe, hatten hieraufdie Ehre,IhrerKönigl. Hoheit abermals vorgestellet zu werden.
Compiegne, vom 27 Zulii.
Der Generallieutenant der König!. Armeen, «.Oberster der französischenGrenadiers, der Graf von Srain- ville, genoß den 2zsten dieses die Gnade, Sr. Majestät dte Officiers dieses Corps, welches nunmehr vonSois- sons, woselbst ee emrgeTage hindurch campiret hatte, zurück ger-m men ss, vorzustellen.
An eben dem Tage erhielt der Abt von St. Hubert in Zlrdennces, Dom Spiriey, eine Particulieraudrenz bey dem Könige, wobey er das an Se. Majestät jährlich von gedachter Abtcy zu überreichende Präsent, von einigen Iägoyunoen und Falken, vorsrellete, welches der Marschall de C amp und Overfalkeniermeister vonFrankreich, der Graf von Antrangues, in Empfang nahm. Dom Spirley hatte hiernächst bey dem Könige, derKönigin und der Könitz!. Familie, eine öffentliche Audienz, zu welcher er durch den Imroducteur der Ambassaden, den H^n. la Live de la Briche, erngeführet ward.
Wien, vom 24 Iulii.
AufBefthl IhrerMajestat, derKaiserin-Königin, ist nach vorläufigem Gutachten der hiesigen medicinrschen Facultat, ohnlangst eine Medicintaxe für die Apotheker durch den Druck bekam gemacht worden, darin selbigen anbefohien wrrd, alle Composita nach dem hiesigen Di- spensatorio pharmaceutico genau ».fleißig aufzulegen; frische und p-- Simplicia bey deren Verfertigung zu brauchen; fcii^ 2lrzencyen und vornehmlich nicht solche, bey welchen eine besondere Vorsicht nöthig ist, anders als in ihren eigenen Laboratoriis zubereiten zu lassen; auch keine Medikamente an unbekante Personen, als Marktschreyer u.s.w. zu verkaufen; keine andere, als von solchen Personen, die von einer medicinrschen Facul- tät den Gradum eines Doctors oder Liccntiaten erhaü