genehmigten Testern diese Entschliessungen und ernannten eine Committe , um de« Betrug und die Mißbräuche bey der Abfertigung der frey gemachte« Briefe u. Packerer ju untetfu/ chen u. sichzu beraihschlage«. wie solchen Unord­nungen ins künftig abzuhelfen wäre Ungeach- tet der Erbprinz so kurze Zeit in Engelland, und über dieses auch noch in so vielen ernsthaft ken Occupationen verwickelt gewesen, so konnte Er doch Seiner ausnehmenden Dankbarkeit ge­gen denarmen Maclean, einen Irländer von Geburt, welcher in der letzten Campagne in Deutschland geblieben ist, nicht vergesse«. Er erkundigte Eich allenthalben nach dessen Ange­hörigen, für welche Er auch bey dem König eine Gnade ausgebeten hat. Er erinnerte Sich nämlich der besondrrn Tapferkeit, welche dieser Mclean,welcher sein Geueraladj. war, bev einer gewissenGelegenheit bewiesen Halle In derCam- pagne v. 176 l. wurde derErbpnnz v. einerFran- zösischen Partey gefangen genommen; dieser Maelean aber risse Ihn mit grosser Herzhaftig­keit wieder aus ihren Händen, eben da sie im Begriffe waren, Ihn vor den Französischen Commanden zu bringen. DerSwarsEecre- taire Graf voriH^Mfar hat eine König! Der- vrdnung öffentlich bekannkkiachen lassen, mit­tels derselben Se. Maj. demjenigen, welcher den lsvgenannten Matthäus Delohanty in die Hände des Gerichts überliefern wird, eine Re. rompenz von ivo Pf. Eterl-auszahlen zu lassen versprechen. Es ist dieser der Rädelsführer «.Urheber des am 15. Febr. voru. in demPallast des Ambassadeurs v. Marocco angestifteten Ler- mens und Unordnungen, da das lose Gesin. de! in das Haus eindrang, die Fenster ein- schmiß, viele kostbare Meublen ruinirte, und sonsten grosen Schaden in demselben anrich« tele. Der bevollmächtigte Ruß. Kays. Ge­sandte , Frhr. v. Groß, ward dem König Ge­stern zur ersten Audienz vorgestellet, und über- reichte Sr.Maj. sein Beglaubrgungs Schreiben.

Die übrigen Engl. Neuigkeiten aus Amerika folgen Morgen.

Münster, vom 9. Merz.

Wir vernehmen von Velen, daß Se. Chur- fürsil. Gnaden sich da'elbst einen Tag länger verweilet haben, als bey Dero Abreise von hier bestimmet war. Der Hr. Premier Minister, Freyherr vonFürffenberg, wird am künftigen Montag die Reile nach Bonn ankrete«. Wie

wir hören, so soll der Herr Graf von der Lippe- Schaumbürg, Chef der adelichen Garde, mit der Garde abreisen, um den Churfürsil. Staat zu Frankfurt desto glänzender zu machen.

Lüttich, vom n. Merz.

Unsere letzten Briefe« von Rom melden daß eine Versammlung der Cardinäle auf den 2». künftigen Monats Merz anberaumt sep. Da nun mittlerweile des Prinzen Clemens v. Sach­sen König!. Hoheit sich Ihres Rechtes auf das hiesige Fürsten-Bischthum begeben haben, so könnten wir uns fast schmeichlen, baß die Sa­che noch vor obberührtemTage ausgemacht wer­den und die Verwaltung für den Hn. Grafen von Oultremont ehestens emtreffen dörfte.

Von Soiron, einem 2 Meilen von hier ge­legenen Dorfe, wird folgende ihrer Art nach so seltene als lasterhafte Begebenheit anhero be­richtet. Ein in der dafigen Nähe wohnhafter Bösewichk hatte von emiger Zeit her vergiftete Aepftl und andere anlockende Bissen in dieWie- sekhinundhcrgestreuet, wovon das weidende Rindvieh so fort bersten mußte. Dessen Weib, welches den Schmder aögab, erhob sich so dann nach dem Ort, wo das geborstene Dich darnie­der lag, und ließ es nicht dabev, die Haut ad- zuziehen, sondern diese kose Person und ihre gottloser Giftmischer nahmen das Unfchlit aus, und machten solches zu Gelde. Durch ein blos­ses Ungefehr warf man endlich Argwöhn auf diese Lerne. Sie wurden beym Hals ergriffen, gefanguch eingezogen, und auf die Folter gelegt wo sie ihre begangene Missethat gestunden. Nun hat man au ihnen das wohl verdiente Urlheil vollzogen. Beyden ist der Kopf abge­schlagen, und der Rumpf auf das Rad gefloch­ten worden.

Maynz, vorn iz. Merz.

Es gehen von hier fast täglich Bagage zur Crdnung nach Frankfurt ab. Auch wird das Crerciren der Garde und Trabanten eiftigst be­trieben. Am 8ken dieses hat d?r Freyherr, Phi­lip Wilhelm Lucas von Ried, Herr zu Heddern­heim, K. K wie auch ChurMaynzischer wirk- licher geheimer Rach, General Feldzeugmeister, Obrister über 2 Regimenter zu Fuß, u. Gou­verneur der hiesigen Churfürstl. Residenz-Sr.adt und Festung, impften Jahr seines ruhmvolle» Alters, düs Zeitliche mir dem ewigen verwech­selt.