Heil- UNd Prsefervativ-3

Seuch.

gegen die Viehe-

M^'achdeme von einer Hochpreißl. Khnrfürstl. Reqierung

Uns Decano &AfsiefsoribusFaciiltatis Medicas ein VottBsschofs-

heimer Kellerey anhero überschickter Bericht in Betref einer all­da ZrMrenden Viehe- Seuche communiciret worden , um Unser ge­gründetes Gutachten hierüber abzufassen; Als haben Wir nach für­genommener Unserer sämtlichen Überlegung befunden,daß besagteVie- He-Seuche eine würcklich ^rEwende Epidemische Kranckheit seye, wel­che sich sowohl in Ochsen als Kühe äussere, deren Ursach sich in einer innerlichen Entzündung verschiedener Theilen, besonders ursprünglich in dem Magen und Gedärm gründe, und von da aus sich weiter in die umliegende Vifccra , sowohl als auch biß in das Gehirn verbreite. Diesem Übel nun sowohl zu steuren, als auch prTiervabvLzu begegnen, so ist

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Erstlich nokhwendig, daß, sobald man an dem Viehe bemerckek daß es anfangt zu trauren, den Kopf zu hencken, auch für dem gewöhn» liehen Futter einen Abscheu zu haben, demselben sogleich eine Ader öffne, nach solchem solle man ihnie

Zweytens, ein Clistir verfertigen, so bestehen solle aus einer Viaaß Molcken, Salpeter und gemein Küchen-Saltz, von jedem zweyLoth, Honig ein halb Pfund, und dieses solle ihme täglich MorgendS und Abends, so lang die Kranchheit andanret, applidm werden.

Drittens, solle ebenmästg gleich Anfangs ans einem Loch gemein Küchen-Saltz und Honig, so viel als nothwcndig, zu einer Kugel for- miret, alle g. Stund auch so lang gegeben werben, biß ein gelindes laxirett darauf erfolget.

Viertens, solle nach jedesmahl genommener Kugel dem krancken Viehe (wann es allenfalö einen Widerwillen dagegen hatte) mit ge­brauchtem Gewalt und Zwang eine Maaß Molchen in welcher a. Loch Salpeter lolviret worden, eingeschüttet, auch

Fünftens, ein oräinsrie Tranck aus Gersten-Wasser, gleichwie ohn» längst von Uns berichtet worden, gereichet werden.

Sechstens, solle dem dato noch gesunden Viehe zur Prafervativ dis fub Nro 3. und 4. fürgeschrieöene Kugel und Molchen als rin Laxans eingegeben, und endlich das gewöhnliche grüne Futter mit Kleyen ver­mischet, gereichet werden, welches Wir hierdurch zu berichten ohn« ermangle« sollen. Maynz den aMn OLlobr. 1762.

Oecanus, Profefsores & Aßeßores ' Facultatis Medic*.

Vorstehendes Mittel wäre von denen Churfürstl. Beamten in allen Chur-MaynzischenLecen zum aüenfalsnöthigenGebrauch bekank zu machen und zu diftribuiven. Maynzden a.Novembr, 1762,

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