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wft Groß. Britannien entstandene Irrungen einer augenscheinlichen Kriegs-Gefahr ausgesetzt sichet. Zweytens haben wir unsersOrts Ewr. Edelmögende in den Stand gesetzt, für die Sicherheit der Republic, nicht etwa nur in einem Thei! derselben, sondern in dem ganzen Cor- per der Union, sowol zu Wasser als zu Land zu sorgen, wenn Sie Ihres Otts zu der vorgeschlagenen Vermehrung ihre Einwilligung er. theilerr wölken; und es also nichr unsere, son- dern Ihre Sache seyn wird, für alles Unglück, das derRepudlic durch ihre Ohnmacht zuwach- sen kan, Rede und Antwort zu geben. Wir können wahrhaftig nimmermehr unsere eigene Erhaltung von der die Erhaltung der gesamten Republic abhänget, in den Wind schlagen; son- dern sind schuldig, alles anzuwenben, was nur immermehr zum Wohl der allgemeinen Sache gereichen kan.. Ob auch gleich schließlich GOtt diese ProvD und die gesamte Republic dis hie- her in Gnaden behütet hat; so haben wir doch für die Zukunft keine Sicherheit und können die Ursachen nichr ergründen, welche Ewr. Edelmö- gende abgehalten haben, zu decvorgeschlagenen Vermehrung Ihre Einwilligung zu ertheilen. Uedrigens versichern wir Dieselben, daß wir allezeit fertig sind, das Uuserige nobst.Ihnen zu allem demjenigen beyzmragen, was zur all- gemeinen Wohlfarrh dieser Provinzen etwas zu würken im Stand ist.
Dresden, den 8. Dec.
Die letzthin ailhier angesteklte Collecte vor die Abgebrannte, beläuft sich auf)ro4.Thlc.ii gi. i. pf. welches nun durch eine kommißion unter sie auSgetbeilet wird Von Verunglückten werden allschon an grossen Personen *m. und an Kindern ns-, gezahlet; was aber an abgebrannten Häusern gewesen, beläuft sich auf zf z. erclusive derer Hauser aufder Contrescar- pc und au der Ziegel-Scheuer, anderZahl^o. und nach der Taxe, sind solche 44n67.Rthlr. untern Raths- .zr,77.Rthl, untern Amts-Ju- risöictivn, gerichtlich specificiret worden. Viele wohlhabende Leute haben auch von ihren Betten nicht das geringste retten können, welche bishero auf bloser Erde liegen müssen, wie dsnn einige Guthätige aus Leipzig und andern Orten, selbigen etliche Stück Feder-Betten überschicket. Se.Majest. der König von Preus. sen, halten sich auf dem Schlosse in dem Kö- machen Zimmer innen, und werden, deurVer-
Nehmen nach, annoch 14. Tage sich allhier auf- halten- Als letztgemeldrer Massen die Herren Deputirken der Land-Stände, vor das Gene- ral-Kriegs-Direccorium gefordert worden, sind denenseiden die Königlich-Preußischen weitläuf- trg adgefaßten Propositlones, auf das Jahr * 7 ?9. schriftlich eingchandiget worden, aus welchen so viel zu vernehmen gestanden, daß Se. Königliche Preußische Majestät, statt der auf instehenbes Jahr accvrditten 4. Millionen, woran 4.Tonnen GoldesRemiß geschehen, 8 .Millionen vom Lande verlangen. Auch sollte für die Königl. Preußische Armee Proviant, Fon- rage und alles andere, nach dem kammer-Tap, und zwar gegen Bescheinigungen, geliefert werden, welche hernach an gedachten 8 . Millonen in Zurechnungen angenommen werden sollten. Hieraus lassen sich die übrigen Postulata folgern, welche künftig zu melden stehen werden. Es sehen sich dieserwegen die Herren Land- Stände veranlasset, an Se. Majestät, dem König, nach Warschau eine Deputation mir nächste» abzusendeu, und durch triftige Vorstellun- gen zu suchen, wie dem fernem Ruin des Landes abzuhelfcn seyn möchte.
Regenspurg, den 8 . Dec.
Zu Anfang dieser Woche ijPvon der Chur- Braunschweigischen Gesandtschaft eine so beti- tulte gründliche Vertheidigung der Churfürstl. Braunschweig - Lüneburgischen Post - Gerechtigkeit rc. sci «iks Legatorum distribuiret worden. Am tten dieses sind die LreUeniisles des seit geraumer Zeit hier anwesenden Rußisch-Kayserk. Residenten, Herrn von Simolin, dictirer worden, und so fort die gewöhnsiMMotlficatio- nen von der vollzogenen Legitimation sowol, als die Gegen-Bcschickungen per Seaetaüo* Le- gatiönis geschehen. Se.Churfürstl. Durchlaucht tn Bayern sind mit des regierenden Herrn Herzogen zu WürtembergDurchlaucht dahin über- eingekommen, daß der zu beyden Seiten letzthin ausgebrochenen Sperr ein Ende gemacht, sohin der freye Handel und Wandel gegeneinander auf den ersten dieses laufenden MomttS wieder eröfnet werden soll. Den r-sten vorigen Monats kamen die vorseyende Achts-Pro- cesse bcy dem Corpore Evangelicorum inBetath. schlagung, und wurde in Astcht auf selbige beschlossen: i)Daß ab Seiten des Colons Evan- gdicorumin einige, gegen die Vorschrift derer Reichs -Constitutionen, und hauptsächlich der
beschworenen Kayserlichen Wahl-kapitulation />rr. XX. vorzunehmende Aenderung, sie geschehe auch , unter was für einem Vorwand sie immer wolle, auf keine Weise gewilliget, sondern vielmehr bey entstehendem Fall mir behö- riger Standhaftigkeit anverlangt werden soll, daß nach jener Vorschrift, auf die beschriebene verbindliche Maase, Form und Weise verfahren verfahren werde. *) Daß alles dasjenige, was gleichwol diesem entgegen geschehen möge, von Corporis EvangeUcomn, wegen jederzeit so angesehen werden soll, wie dazu dieWahl-Ea- pitulation selbst Art, xx. $. co. die Anleitung, das Recht und die Befugniß wörtlich und aus, drücklich ertheilet.
Hannover, den 8. Dec.
Nachdem die Französischen Truppen die Stadt mw Gegend von Marburg verlgffen.so ist sogleich das AsenburgischeEorps aus Fritzlar ausgernckt, und nach Marburg marschirer, wo anjetzs das ' Haupt'Qnaticr ist. Mann schätzt die Zahl der Tcouppen, welche von der Hannoverischen Armee zur Verstärkung der H'ßischen Trouppen herbey. eiten, auf n°oo, Mann. Se. Durch!, der Erd prinz von Braunschweiß, die sich das ketztemal zu Paderborn befunden, comwankiren diesen Succurs. Das Haupt-Quarter des Prinzen von Eoubise ist gegenwärtig zu Friedberg. Giessen haben die Französischen Trouppen mit Gewalt besetzt. Wir hoffen aber, daß die Annäherung un- fers vereinigten Corps sie bewegen werde, nicht vur diese Vestung zu verlassen, sondern überhaupt sich aus dem Heßischen und Hanauischen bald gänzlich zu entfernen. Zu Cassel werden Se. Durch!, der Herr Landgraf, übermorgen, als den roten, von Bremen aufs freudigste erwartet.
Hof, denDec.
Gestern haben die Preussen die Thore von Plauen durch Eanonen- Schüsse geöfnet, und sich also der Stabt bemächtiget. Heute sind unsere Häuser mit Soldaten ganz angefüllet. Es langen auch noch immer mehr Trouppen von allen Sette» an, um die hier liegenden zu verstärken.
Naumburg, den ro.Dec.
Das allhier eingerückte König!. Preußische Kattische Regiment bezahlt seit seinem Hierseyn Ges, was ihm geliefert wird, mit baarem Geld. Morgen werden von solchen 142. Mann nach Kölleda an der Lose, so wie gesagt wird, guf Gecution wegen derer restirenden Gelder abge
hen. So eben will verlauten, daß ein Hecheh« ker Rach der Stadt Leipzig, inglcichem die Vor. nehmsten von der Kaufmannschaft aus dem Rath, hause und Börse, mit Arrest belegt worbe?: wären.
Aus demVoigtland, den io. Rov.
Die seit dem stenldieses in Gera eingerückte Königl. Preus.Trouppen,so^us4«--o.Maü Grenadiers bestehen/liegen nochbis dto daseldst.Die- selde werden von de-r Bürgerchaft mit Lebensmitteln versorgt, dem Ansehen nach, werden sie auch einigeZeitsich noch allhierjanfhalte.i.Das Bader- Thor ist mit Spanischen Reutern und Eanonen stark besetzet. Das Klotz-Thor aber ist gänzlich verschlossen. Vom Lande werden viele Betten vor diese Trouppen herbey gebracht. Den 6ten dieses brachten einige Commandirle iso Stück Pferde, welche sie den zurückgezogenen Kavserk. Königl. Trouppen abgenommen. So -ebenkom- mei von dem Prinz Heinrichischeu Corps hundert Mann an, wobeyveviarttet, daß Jh-ro König!. Hoheit nebst 4220. Mann Morgen allhi-er em- tressen würden.
Saal-Strom, den iz Der.
Die am 8ten dieses in Pösneck und Saatfeld eingerückte Kayserl. König!. Ungarische Husaren uno tzroateu suchen in diesen Orten sich fest zu setzen, einige hundert Mann sind zum Scharr- zen vom Land anhero berufen worden. Von Aufwerfung einiger Redeuten bey der Saal- Brücke, als auch Vermauerung emos Thores in erstern Ort, will schon gesagt werden.
Stuttgart, Len .s. Dec.
Morgen werden die neue Fahnen des zwey- ten Bataillons der Herzoglichen Leib-Garde z» Fuß mit gewöhnlichen SolenAitaten zu Ludwigs- burg angeschlagen, und der Soldaten-Eyd dazu abgelegt werden. Künftigen Montag wer'- den Se. Herzog!. Durchlaucht den bisherigen Scjour zu Ludwigsburg verändern, uud nach hiesiger Residenz verlegen, da zugleich die bey. de Bataillons der Herzoglichen Leib-Garde zu Fuß, die Garde du Csrps, und die Escadroy Grenadiers a Eheval, bencbst einem Bataillen Mrangirter in Garnison hier einrückcn uud das gesammte Hof- Lager mit anhero kommen wer- den. Se. Herzog!. Durchlaucht haben für gut befunden, die drey Grenadier-Bataillons, und die z.Jnfanterie.Regimenter von Werneck, von Truchses und von Romann, von dem verzog- lichen Anriiiar-Corps, aus denen ihnen angs- wiesenen Winttr-Quarticren anher o zu berusm-