Hildeskeim, den rs. Nov.

Die Grenadiers de France hatten am ;ten eses, ihre Winter-Quartiere in aller Sicherheit und Ruhe dahier eingenommen, in dieser seit einigen Lagen genossener Ruhe bekamen diese!- bigeam Uten die Ordre, unverzüglich aufzubre­chen , und sich denen zugesellen, so wirklich auf dem Anmarsch nach Zelle sind.

Paris, den 27. Nov.

Den rssten dieses kam ein Courier von dem Prinzen von Soubise bey der Gräfin von Mar­fan, seiner Schwester, an, welcher ihr Briefe brachte, daß über 1000. Mann, die man für gefangen oder gar todt geachtet, sich bey ihren Fahnen wieder eingefunden hatten, 4. verloh- ren gewesene Standarten wieder gefunden wor­den; der ganze Verlust keine ; 006. Mann aus­mache, und kein einziger Officier an seinen Wun­den gestorben sey.

Meder-Elbe, den 2.8. Nov.

Die Umstande jenseits der Elbe werden be­denklich, und es hat nicht das Ansehen, daß die Alliirten und Französischen Lrouppen ruhige Winter-Quartiere haben werden. Nachdem Se. Durchlaucht, der Prinz Ferdinand von Braunschwerg, zu Stade efnaetroffen, und das Commando über die Hannoverischen und allitr- ten Lrouppen übernommen haben, so ist man zu verschiedenen Verfügungen geschritten. Es sind noch 6. Regimenter von Stade im Zager bey Har­burg, nebst dem schweren Geschütze, eingetrof- fen. Die Französische Besatzung zu Harburg hat den r 6 sten des Abends alle Fahrzeuge sowvk daselbst, bey der Schleuste, als zu Zauenbrock, rinweit des Schlosses zusammen bringen lassen. Den Lasten sind Se. Durchlaucht, der Prinz Ferdinand , zu Buxtehude, und gesterm im Za­ger vor Harburg eingetroffen. Viele Französi­ere Regimenter sind hingegen vom der Seite von Lüneburg nach Harburg in Bewegung. Der Knoten wird sich in wenig Tagen entwickeln.

Leipzig, den 29. Nov. ' ! Wie so eben verschiedene Nachrichten allhler einlaufen, so soll am 2*. Nov. zwischen der Kay- ferl. Königs. Ungarischen Armee- unter Eom-

mando des Herzogs Carl von Lothringen König!. Hoheit, und der König!. Preußischen Armee ein sehr scharfes Treffen vorgefallen seyn; auf welcher Seite aber Lee Sieg geblieben, ist noch nicht bekannt, und werden die weitere Partien- laria demnächst erwartet.

Gotha, den i.Dec.

Gestern frühe marschirte von dem allhier lie­genden Kayserl König!. Ungarischen Husaren- Regiment Sezscheni, ein Commando nach ihren Landen ab, um von da die abgängige Recrouten, als auch Remonte- Pferde abzuholeu und zum Regiment zu escortiren.

Nachdeme an dem nächstabgewicbenen Dien­stag Nachmittags gegen z.Uhr, zwischenBorn- * heim und der Friedberger Warten, denen soge­nannten Rüben, auf einem Baum-Stücke, ein durch viele empfangene Wunden am Kopf er­mordeter, fremder, unbekannter Mensch, et­wa 40. Jahr alt, von grosser Statur und star­ken Gliedern, in einer Furche liegend, etwas mit Erbe überscharreter gefunden worden, und an venMven vch der Besichtigung besonders zu ersehen gewesen, daß dessen Bart frisch rasiret, ihme allererst an dem rechten Arm Ader gelassen worden, selbiger auch mit einer vielfarbigen wollenen Binde und Bäuschlei» wohl verbunden gewesen, imd dann alle nur mögliche Sorgfalt allerdings anzuwenden, damit der Mörder aus­findig gemacht werde; Als hat man von dieser grausamen Mordthat dem Publico zudem Ende. bekannt zu machen, vor nöthig ermessen, daß wer etwa von solcher und von dem Mörder selb- sten einige Nachricht habe oder bekommen werde, solches^» Beförderung der Justiz bey allhiesi- gem Zöbl. Offk-io Examitiafono anzeigen möge; Wie dann demjenigen, welcher den Thater an­geben wird, eine Verehrung von Gulden, gereichet werden solle» Frankfurt am May'n, den r. Dec. 175?.

Canzley allda.

Dieses Journal ist wöchentlich viermal bey denen Serlinifchen Erben und auf allen Post-Aemtem, Montags, Dtenstagb, Freytags uny Samstags zu haben ; Mkd aber bev Hrn. Serlm ausgelrede».- -

Anno 1757. Montags, den 5. vecemdr. No.itzs

In Frankfurt am May».

Rochelle, den i v. Nov.

/x»s ist zu seiner Zeit gemeldet worden, wiedie 0 ** Wilden in America mit den Engeländern ^ nach der Eroberung des Forts St. Georg oderWilhelmHeurich umgegangen sind.Nunmehr erscheinen auch zwey Briefe, eurer von dem Hrn. Marquis de Montcalm, und ein anderer von dem Herrn Marquis de Vaudrevil, welche bey- de darauf hinaus gehen, zu beweisen, daß die Garnison vermittelst der ihr vcu dem Herrn Marquis de Montcalm, angewiesenen Vorsich­tigkeiten, geruhig an das Fort Eduard hatte ge­langen können, wenn sie nicht die Unvorsichtig­keit begangen und den Wilden betaumelnde Ge­tränke gegeben hätte. Mr.de Montcarmund die vornehmsten Officiers der Franzosen, hatten sich der grösten Gefahr blosgesteüet, um die Wil­den zu besänftigen, urrd Mr.de Vaudrevil sei­nes gesummten Ansehens vonnöthen Hchadt, um die von ihnen fortgeschleppte Engeländer aus ihren Händen zu erretten. Wir wollen den er­sten dieser Briefe, an den Milo rd London, weil er zugleich der kürzeste ist, hieher setzen, um dw edle Gedenkrmgs-Art der Franzvsifchen Genera­lität, die daraus herfürleuchtet, offenbar zu machen. Er war also gesetzt: Mylord! Die ruhmvolle Vertheidigung des Obrist-Lieutenants Mouro, hat mich veranlasset, ihm und seiner Besatzung eine Ehrvolle Capitukation zu erthei- len. Sie würde nicht den mindesten Eingriff er­litten haben , wenn ihre Soldaten keinen Ruhm hätten austheilen, mit grösserer Ordnung aus- ziehen, und sich für unsere Wilden nicht so sicht- baklich fürchten, und also diese desto verwegener machen wollen; kurz, wenn sie dasjenige Man

hätten, was ich ihnen selbst zu ihrem Besten vorschreiden lassen. Ich sehe es in der Thatfür ein Unglück an, baß ich dieAbenakis, von Pa- naouamske in Acadien, bey mir gehabt habe, welche in der Einbildung gestanden, daß sie sich über einige üble Begegnung von Seiten der En­geländer, zu beschweren ursach hätten. Sie wissen selbst,, was das heissen will, 3000. Wil­den von 3 5. verschiedenen Völkern, im Zaum zu halten; ich hatte auch selbst deswegen Besorg» niß genug, und habe selbige dem Commanvan- ten des Forts in meiner Aufforderungen zn er­kennen gegeben. Ich schätze mich glücklich, daß die Unordnung kemefo vervneMche Folgen nach sich gezogen, als ich zu befürchten Ursache hatte. Ich danke mirs und meinen Officiers selbst, daß wir unsre Personen blosgestellt haben, um die ihrigen zu vertheidiges, die auch allem, was ich bey dieser Gelegenheit gethay habe, Gerechtig­keit wieberfahren lassen.- Daher ersuche ich sie auch, Mylord! die Capitulaticn mallen ihren Stücken zum Vollzug zu bringen/ Die geringste Unterlassung darin , würde auch bey dem schein­barsten Vorwand viel verdriesliche Folgen, und für sie mehr, als für uns, nach sich ziehen. Ich habe mehr als 420. Gefangene den Wikdenent- riffen, und die wenigen, die sie Noch in ihren Händen haben, werden von dem Herrn Mar­quis de Vaudrevil, dem ich einen Courier zuge- schickr habe, gesammlet, und mit einem Schif­fe, das zu einem Paquer-Boot ausgerüstet ist, zu desto mehrerer Sicherheit, nach Louisburg geschicket werden. Der dortige Commandant wird sie nachHaüifax üderbringen kaffen, sobald man, nach InhMder Capitulation, die rveGen