Hannover j ttn , i. Oetobr. Don -er Abreise Mo Majest. unsers Königs kan noch nichts gewisses melden / außer daß sie wiederum auss 14. Tage aus- gesetzt worden. Man sagt vor gantz gewiß/ daß die Königin vonPreussen erster Tagen allhier anlangen 4vird. Sonsten kommen noch immer verschiedene frembde Ministers hier/ um Sr. Majest. unserm gnä­digsten König noch vor dero Abreise ihre Reverence zu machen / Mylord Sunderland ist mit. dem Admiral Bing bereits nach Engelland voraus gereiset.

Nieder-Elbe/den ;.Nov. Jüngste Schwedi­sche Brieffe haben weiter nichts mitgebrachr / als daß der Czaarische General-Adjutant Romansoff/nachdem er sich bey Ihro Königl. Majest. beurlanbet/schon zu­rück nach Petersburg abg-agensey : Daher geschlos­sen werden wolte/ daß etwa dem Hofe die durch diesen General-Adjutanten von dem Czaaren gechane Frie­dens-Vorschläge nicht angenehm gewesen / und mit­hin ein Vergleich noch im weiten Felde seyn dörsste. Inzwischen hielten sich Se. Königl. Majest. nun be­ständig in dero Residentz auss / und werden noch im­mer die Conftrencien mit dem Frantzösischen und an­dern Ministern imgleichen mit dem Herrn Admiral Norris fortgesetzt/als welcher letztere mir Verlangen noch auss einen Expressen von seinem König wartete/ um mit dem gröstem Theil seiner Flotte mit erstem gu­ten Winde nacher Engelland wieder abzuseglen. Von den Ahlandisihen Traktaten würde ferner nichts gehö­ret. Die Zeitung von der Abreise des Hertzogs von Hollstein nach Petersburg wird nicht confirnurt/ son­dern Ihro Hoheit haben sich laut letzteren Nachrichten noch zu Breßlau befunden. Mehr als zu gewiß aber ist cs/ daß derCzaar sich des Hertzogs Interesse mit ausserordentlichem Eyfer annkmmt/undsich eine Gloi- re daraus machet j diesem Printzen zu assstiren / daß er -u dem Seinen wieder gelange/ wie solches der mehr- semeldteRomansof sich in Schweden soll haben ver­lauten lassen. Vermöge Braunschweiger Brieffen solte an ben Herrn Grafen von Welling eine Ordre von dem Konigl.Schwedischen Hofe gesandt seyn/ver- möge derselben er sich wiederum nach Bremen zurück degeben solte; woraus man also prasmniret / daß der borkige Congreß wohl abermahl ins stecken gerachen

Wien/den 3 Octöbr. Rachdeme der eineZeit Vahier gewesene Groß-Brittanuische geheime Mini­ster Ihro Excell. Herr GrafvonCadogan bey denen Kayscrlichen Höfen die Abschieds-Audientz genom­men/und in solcher von Ihro Majest. dem Kayser mit dero von Diamanten sehr kostbahren Portrait / so auss ,svooo.fl.in prctiowarc/ beschicket worden/ als hatte vorgestern besagter Herr Minister / nachdeme SambstagS ein Englischer Comrier mit geheimen Ex­peditionen an Se. Groß-Brittannischc Majest. nach

HanMttaksWtkt yvrdcn/ drroMepse VW hier

nach gedachttmHannover perPostam angetretten/«m Se. Majest. von denen bey demKäyserlichen Hofver­richteten Englischen Assairen/ das Mündliche zu refe- riren. Gestern haben sich die Regierende Käysert. Majest. hinter Mödling mit einer grossen Schweins- Jagd belustiget/dabey Se. Majest. der Käyjer viele derselbe gefällt. Wie allhier die Rede gehet/ als solle der Käyserl. und Königl. Bice-Köm'g zu Nea­pel/ Ihro Eminentz der Herr Cardinal von Schroten­bach aus gedachtem Neapel sich in Kürtze allhier ein- sinden/ dahingegen Ihro Eminentz der Herr Cardinal von Alchan von Rom nach diesem Königreich abge­hen/ um die Seiner Eminentz von Ihro Majest. dem Kayser aussaewagene Königl. Vice-Roy-Srellc an- zutretten/ und solle dem Vernehmen nach / der sich hier befindliche HerrCardlnalvon Ciufuegos chistcns ya- cher Rom sich begeben/um bey dem Päbstl. Stuhl das Käyserl. Interesse zu oblerviren. Abgewichenen *7. dieses habemM JHro Röm. Kayserl. und Königs. Cathol ische Majest. in Begleitung des Venetianischen Bottschaffters / Tit. Hn. Gio.Priuli/ nach St. Peter erhoben/ und daselbsten wegen Des angcffellten Danck- Fests/daß die GöttlicheGüte die Kayserl. Residentz« Stadt Wien 1679. vom der Pest gnädigst befteyet/ dem Gottesdienst Ihrer Hochfürstlichen Gnaden des Röm. Reichs Fürsten und Bischossen zuWien / Tit. Hn. Sigmund / Grafen von Kollonitsch/ und der Pre­dig A. R. P. Gratiani Richters / Ord. Sf.Framisk» bcygewohnet/ Die gewöhnliche Procession aber wegen des Regenwetters cingestellek wordene Durch eine Staffeua aus Siebenbürgen ist der Bericht dahier eingelauffen/ daß der CommandeurdasigerProvintz Herr General Graf von Steinville / den ri. dieses gegen 9. Uhr zu ungemeinem Leydwefen / nach drcy- tägiger Kranchheit/ in Dcva das Zeitliche gesegnet.

Neapolis/deni 8 .Octobr. Zweyvonhier mit Soldaten/ Bagage und andern nach Palermo in Sici- lien abgegangene Feluquen seynd von den Türckischen See-Räuber hinweg genomtnen worden. Drey von unfern Tartanen/ welche mit ihrer Ladung von Anti- bcs allhier angekommcn j seynd alsobatd wiederum fortgejagt worden / üachdeme ihnen zu Civita- Dechia ein gleiches wiederfahren / als von dan­nen man sie mit bewaffneten Fahrzeugen biß auss unsere Cüsten verfolget hat. Das Unglück der von verdächtigen Orchen kommenden Schissen ist sehr zu beklagen / weilen sie nirgends ein­gelassen werden / und dahero in der Sec grosse Todes- Gefahr / Hunger und Durst ausstehcn müssen. In hiesigemKönkgreich kommen noch immer vieleKayserl. Trouppen aus Sicilieu an/welche bey der Aussteigunz Ouaramaine halten/und nach deren Endigung durch den Kirchen-Seaae nach dem Myländischen zurück , marchiren müssen.