feftnW aUx mte emkgen Herren der Regierung eine Conference gehalten /und werden diese beyde Mittistri auch künfftige Woche nach erwehmem Cambray zu Eröffnung des Congreß abgehen/ allwo von den Fran- tzöfischen Bevollmächtigten die Ordres angelangt/ die Logementtr fettig zuhEn/man weiß aber noch nicht/ ob hiesiger Etat einen Minister dorthin absenden wer­de. Heut werden die Königl. Englische Kriegs- Schisse und Jachten in der Maaß vermuthet/um Se. Gross-Brittannischc Majestät/welche Anfangs künss- «ger Woche zu Schönhoven erwartet werden/ nach dero Reich zurück zu führen. Der GrafStairs wird selbiger nach diesem Ort entgegen gehen. So wohl unsere als Englische Kauffleute führen grosse Klagen/ daß die Spanier sehr schädliche Neuerungen vorneh­men / und keine Schrffe von Cadix wegfahren lassen/ sse Haben dann zuvor die Cajoute aussgebrochen/ und das Umer-Läger visititt/ und alles Geld / welches sie finden/ daraus genommen / weilen aber die Commer- eien nacher Spanien ohne Geld nicht fortgesetzt werde» tonnen/ so muß man sehen/ was insküMige vor Mcs- ^rres würden genommen werden.

Brüssel/ den i. Aovembr. Jhro Excell. derHr. Marquis de Prie/ haben ausserhaltene Nachricht/ daß fichdieContagion biß in die Stadt Aix (so die Haupt- Stadt von Provence) und deren Nachbarschassr aus- gebreittt/und daselbsten unerhört viele Menschen hin- «eggerasst/ die Einfuhr aller Seiden/Wollen/Camn/ Garn/Haare/ und andern zur Kleidung gehörigen Waaren/ sie kmnmen nun direkte aus Franckreich/oder durch Umwege/ und werden bey Strasse der Verbren- mmg verbstten/ diejenige aber/so solche ins Land füh­ren/ empfagen auch einige Commission directe oder in- direttedarzu zu haben/ i°oo. fl. Strass erlegen sollen. ManhaeZeithero Sambstag in hiesigen Kirche» an- gefangen mit Ausstellung der Reliquien vom Heil. Rochus/und andern Patronen/ wider die Pest öffent­liche Gebet zu halten. Der Pilot/ welchem das vorhin gemeldete Frantzöstf. Schiss/so in der Gegend Ostende verbrennet worden/ zugehörig gewesen / ist andern Tags/aks man es angezündet/gestorben/ ob nun sol­ches/ weilen er ein alter Mann gewesen und sich ins Meer tauchen müssen / oder aber aus einer andern Ur­sache geschehen/ist unbekandt. Es langen noch immer sowohl Engelländer als andere Nations-Personen von Paris dahier an I theils wegen Darniederliegung vesPappier-Handels/theils auch weilen sie besorgen/ Vaß dieContagion sich weiter in Franckreich ausbrei­ten dörsste. Nachdeme der Eantzler denen m ihrem Saal verfammleten General-Ständen diePropost- rion wegen Erneuerung der Jmposten auss die 4. Consomptwns-Especes gethan/ als haben sie andern Tags dannn consemitt/ und zweisslet man nicht / daß dier. Haupt-Städte dieserPMkntz sich auch darinnen evnfomnren werden.

Cölln / den ;. Novembr. Weilen die aus Franckreich kommende Nachrichten von derContagisn noch immer sehr schlecht seynd / indem sich die Seuche in viele Oerter ausgebreitet / auch in den Nieder- ländisch -Oesterreichischen Städten alle Vorsorg ge­nommen wird/ wie dann zu Brüssel sowohl als in Ant­werpen und andern See-Platzen behörige Edikten publiciret worden / als hat auch ein hiesiger Magistrat an guter Vorsorg nicht ermanglen wollen/und nicht al­lein an alle Pform dieser Stadt Jnspectores gesetzet/ welche niemand ohne glaubhassten Gesundheits-Paß einlassen/und auss alle einksmmende sowohl Personen als Waaren genaue Ausssicht hatten müssen / damit nichts Verdächtiges herein kommen / sondern es wer­den auch die Pforten dcrStadt noch bey Tage geschlos­sen/ damit sich niemand im Dunckien herein practiciren könne. Hem ist in der Kirchen der P.P. Soc.JEsu/ der letzthin neu-erwähtte Prälat vom alten Berg von allhiesigem Päbstlichen Herrn Nuiuio mit grossen So- lemmtäten eingesegnet werden/ wobey sich Jhro Hoch- fürstl. Durch!, der Fürst von Stablo und Bischoss zu Dornick samt dero Schwester mit einem grossen Staat eingefunden/ wie auch hiesige Herren Bürgermeister samp>- verschiedenen Prälaten und andern Personen von Distlnction. Sonsten ist hier ein continuirliches Regenwetter/ undbeförchtetmaii einen sehrungesim- denWimcr welcher/wie man pflegt zu sagen/dieKirch- Hofc ziemlich füllen dörsste. Die hrer anwesende Her­ren Stände des Westphälischen Cpayses haben ihre Versammlnng noch nicht angefangen. Es seynd einige 1000, Trab-Kugelnvonoben h rab zuSchisshier au- gclangt/so dahlerausgeladen werden/bißderen meh­rere angelangt / um demnechst in Holländische Schiss eingeladen und na ch Holland transpottirt zu werden.

Niever-Rheinstrohm/ den ;.Rov.

Briesse aus dem Haag melden / daß die Assures der Handlung sowohl m Eugell- als Holland immer schlechter von statten gienge. Man redet von vielen vornehmen Häusern/ welche nicht im Stande zu bczah- ttwftinK glecch Effekten genug / welche gut und gültig seyn i wann nur Credit da wäre. Mau ver­nähme mit Verwunderung / daß auch Hohe durch Len Actien-Handel/ derSüd-See-Compagnie inEngel- land / der Occidental-Compagnic in Holland/als auch der Buble-Eompagnie zuMrecht unglaubliche Sum­men verlohren hauen / worzrr sie durch ihre Mmistri animirct worden. Man versicherte / daß der Graf de Taroucca / Pormgestfcher Ambass.deur / 200000. derPrintz Kurakin ifoooo. dieMarquisen Bereut Landi und Monttllone jeder isoooo. und der Ba­ron Flohr/Hollstemischer Minister/ 800000. Crynen verlohren hätten/ als welcher letztere ein grosser Actio- »iste gewesen / jetzunder aber echapirct/und zu Londen gesehen wird / man hätte seinen Creditores erlaubet/ yhnttngesehen seines Charmers / sich seiner Effecten zu