IX.

Man sprenget aus, daß die Herrnhuchisthe Drüder die Salbung der heiligen Schriffc Ver­ziehen, und ihre eigene Eingebungen an de­ren Stelle zu einer Regul ihres Lebens und Wandels in der Welt machen.

Antwort: Dieses wird von den Brüdern mehr aus einer übel gefaßten Vermuthung ausgesprengct, als daß solches durch Exempel ihres Betragens, oder aus ihren Schrissten dar- gethan werden könte. Dergleichen haben wir niemals gesaget, und es stehet aus der Beschrei­bung der Salbung, wenn mau fie aufrichtig und unpartheyisch untersuchet, nicht zu erwei­sen. Wer uns genauer kennet, der wird wis­sen, daß unser Werck nicht fey, uns durch die Phantasie leiten zu lassen. Unser Sinn ist die­ser: Daß wir nach dem Wort und Zeugniß wandeln, und uns vor GOTT und gegen ei­nes jeden Gewissen also zu erweisen suchen. Jedoch glauben wir auch, daß die Kinder GOt- te§ eine Salbung haben von dem Heiligen, i. Johann. 2, 20. den Geist der Wahrheit, der sie in alle Wahrheit leitet, i. Johann. i 6 , rz. Welche niemals wider GOttesWort, sondern mir demselben, und die Application davon ist, auch die Erkanntniß JESU Christi und die tägliche Heiligung in uns befördert, und un­ser Unter -Pfand ist bis auf den Tag JESU Christi.

x.Man