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wir uns voller Zuversicht einem Lande, welches seit mehr als hundert Jahren für so viele tausend be­drängte Religions-Genossen zu einem sichern Auf­enthalt gedienet, in den Schooß geworffen, ohne daß wir uns mit einem von uns selbst verfaßten besondern Glaubens-Bekänntniß hatten melden wollen. Wie wir denn auch sogar wider den wohlgemeynten Rath vieler unserer Freunde, welche dafür gehalten, daß wir, durch Herausgebung eines eigenen Glaubens- Bekantniffes, mancherley Beschuldigungen von uns ablehnen, und unsere Gegner zufrieden stellen wür­den , uns noch nicht entschlieffen können, ein sol­ches Syßema, al$ unftr eigenes Glaubens-Bekännt­niß, ans Licht zu stellen. Dann Erstlich, um mit dem Herrn Grasen, in seinem Brief an den König von Schweden, zu reden, un­terstehen wir uns nicht, ein deutlicher und zuver- laßiger Syfiema , als die Heil. Schrifft selbst ist, zu entwerffen. ,Auch halten wir dafür, daß, wer diese ohne weitläufige Erklärungen nicht begreiffen kan, gewißlich eben so wenig im Stande seyn werde, einiges Glaubens - Bekänntniß, was für Namen dasselbe immer haben mag, ohne eine noch weit­läufigere Erklärung verstehen zu lernen. Es be­zeugen solches alle dergleichen Symbola aufs deut­lichste , zumahlen dieselben allesamt nicht machen können , daß man zu dem rechten Wesen des Chri­stenthums , welches eine Erfahrungs-Sache ist, und nicht mit dem Verstände allein begriffen wird, hindurch dringe. Denn das Reich GDrres beste­het nicht in Worten, sondern in der Rrafft, t. Cor. 4,20. Der natürliche Mensch vernimmt

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