gründlicher Einsicht des Wachschums und siduation derselben; Weilen dann die wenigste stch bemü­hen in dieser Wissenschafft zu excelliren, mithin vor gar etwas geringes ansehen, so ist kein Wunder, Saß solche ungeschickte Operateurs durch ohnnöthigen Gewalt selbe abbrechen, die Zahn-Lade öffters versprengen, das Zahnfleisch auf das grausamste verreissen, auch zuweilen den gesunden vor den kran­kten hinweg nehmen, daß nach der Operation manchmahlen haussiges Bluten,und grössere Schmer- tzen als vorhin sich äussern.

z. Gibt es aber Zähne, welche hohl, doch Unempfindlich, und nicht gar biß aufdasMarckaus- geftrffcn, oder heßlichen Geruch wegen darin sich aufhaltenden Speisen von sich geben,solche kan man mit Gold oder Bley ausfüllen, und öffters denen gesunden gleich gebrauchen, viele Jahre in dem Munde behalten, auch vor weiterer Faulung bewahren.

4 - Andere Persohnen finden sich, welchen durch den schwachen Brand die Zahne weggefressen,oder durch Scorbuc vas Zahnfleisch verzehret,und solche ausgefallen,oderaufandereArt verlohren worden, so ist die Stelle dererselbigen so zu ersetzen, daß solche von denen natürlichen wenig oder gar nicht zu unterscheiden, insbesondere inZerkauung der Speisen, wie auch im Sprechen nicht hinderlich, sonderen vielmehr beförderlich seynd.

s. Nichtweniger kan man die zackichte, unebene nnd längere Zahne als solche seyn sollen ab­nehmen und gleich machen in specie bey jungen und nicht gar zu alten Persohnen.

Man kan nicht vorbey gehen eine kleine Meldung zuthun von denen schon weit und breitbekan- tenArtzneyen, den Mund und die Zahne zu conlerviren, und vor zusiossende Übel zu praefervimi.

Vor diejenige, welche ein aufgeschwollenes, mit vieler Materie und Feuchtigkeit angefülltes blu­tendes und vom 8 corbuc und Mundfäule verfressenes, lockeres Zahnfleisch haben , davon die Zähne schwach, stumpff und wacklend werden, daß man öffters gar nicht darauff beiffen kan,hat er etn sehr nützliches Opiat, dieses heilet, und bevestiget die Zähne und Zahnfleisch, wann vorhero die Zahne von allem Weinstein und anklebender Unreinigkeit gesäubert; Man nimmt die darzu gehörige Zahn- Wurtzel, und daucht solche in das Opiat, hernach das Zahnfleisch innen und aussen des Tages ein- oder zwey mahl damit bestrichen, über eine weile mit einem Löffel voll Balsam, wovon r. Loth unter einen schoppen Salbeyen-Wasser vermenget worden, den Mund wohl ausgespielet, und nach be­finden continuiret

Weiter ist eineEflenz vorhanden, welche dem Brand in denen Zahnen steuret,daß solche nichtss frühzeitig hohl, mürb, und die dabey stehende gesunde angesteckt, und weggefressen werden. Solche Zahne müssen tepariret,undmit ein wenig in gemeldte Ellenz eingefeuchten Baumwolle i. oder 2. mahl in der Wochen bestrichen werden; wird solches unterlassen, so hat man nichts anderst als den Ver­lust mit grossen Schmertzen nebst anderen Ungelegenheiten zu gewarten. Wo aber hesstiger Schmertz vorhanden, so thut man 3. oder 4. Tropffen auf ein wenig Baumwolle, und steckt solche in die Höhle des Zahnes, so wird man erfahren, daß sich der Schmertz so gleich wird verliehren.

Ferner wird recommenäiret denjenigen, welche an ihren Zahnen kein Weinstein oder Brand ha­ben , oder wann solche vorhero durch den Gebrauch der Instrumenten gesäubert worden ein feines Perl­und Corallen Zahn -Pulver. Dargegen aber verbotten alle diejenige, so von scharfferLompnlltion. als da seynd Taback, oder dessen Asche,Saltz,gebrent Brodt, Gewürtze, Bimbstein, und andere so wohl hitzige als gar zu rauhe und grobe Sorten der Pulver; dadurch gantz gewiß die Zähne mehr rumiret, als erhalten werden. Man nimmt die dazu apprsäirte Wurtzel,stoßt solche in frisch Wasser, so dann in das Pulver, und reibet die Zähne nach der Lange wie solche stehen,sauber ab, in der Wochen aufs höchste 1. oder 2. mahl; so werden solche nicht allein natürlich weiß , und aller Unrath und Wein­stein verhindert, mithin die Zähne und das Zahnfleisch gesund erhalten. Nicht weniger seynd zu ha­ben, gewisse, um den Mund zu reinigen prwparirte Schwambger, solche Morgens und Abends m Wasser geweicht, und die Zähne mit aller Möglichkeit gesäubert, und kommen solche einem weichen und subtillen Zahnfleisch, welches ohnedem nichts hartes oder rauhes ertragen kan, sehr wohl zu statten.

Annoch ist zu bekommen ein, von einer hohen Stands-Persohn uns schon von vielen Jahren her gnädigst communicirter Kolenmarin Balsam, seine Würckung bestehet darin, daß er alle bumores welche sich in das Haupt ziehen zertheilet,, nicht weniger die scharffe Feuchtigkeit und stillstehende Lympham, wodurch das Periofteum der Zahne, die fibrillär, und subkille Nerven-Väßelein derselben, ingleichen das Zahnfleisch inllciret und die Wurtzel dersclbigen bey aller Gattung des Alters und der Persohn angegriffen, und leident gemacht werden. Worzu allzu saure und süße Speisen, schnelles kalte Trincken aufheiffes Essen, gar zu hefftiges Taback-Rauchen, wordurch alle scharffe Feuchtig­keit aus denen benachbarten Theilen sich herbey ziehen, cotnribuimt ; und bald in den Augen,Obren, in den Zahnen, und Zahnfleisch, nicht minder in den äusseren Theilen der Backen und Speichel Trüs- sen aufhalten , wodurch das Geblüth in denen vafis capilaribus dick , stocket , verdürbet,und wegen gros­ser Schmertzen zu gewissen Zeiten das gantze Haupt einnimmet, worunter auch das Gedachtnuß noch leidet, und sehr geschwächet, auch Schwindel, welcher ein Vorbott des Schlages ist, zuwege» ge­bracht wird. Solche und andere Beschwerlichkeiten, deren man einige um derKürtze halber aus- lassen muß t vertreibet gemelter Balsam , wann man des Tages z. oder 4. mahl etliche Tropf­fen in die Nase ziehet, an die Schläffe, und Würbel des Haupts, ingleichen die Augenlider,nicht min­der den leidenten Kinbacken, alles äusserlich damit bestreichet, und damit so lang fortfahret, biß mau die erwünschte Satisfa<äion erlanget.

Letzlich ist zu wissen, daß obgemeldter Künstler wohnhafft in dem Knochischen Hauß in der Mayntzer-Gaß, und seynd sonst bey keinem die Kiellicamenra ohnverfalscht zu haben, als bey ihm sechsten. In Manheim aber bey Hn.Deurer, in Stuttgard bey Hn. Audenriedt, Handels-Leute. Und in Augspurg bey Herrn Gottlieb Heiß, auf dem Obs-Marckt, und zwar mit einem gedruckten B>!let,wie solche zu -ppliciren.