Nach Stands - Gebühr und Würde Hoch- und Vielgeneigter Leser!

S befindet sich mit Höhst Obrigkeitlicher eonceülon in der Kayserl. Freyen-Neichs- Wahl - und Handels-Stadt Francksurtam Mayn ftß - und wohnhasst, der von Jdro Röm. Kayserl. und Königl. Majest. übet Dero gantzes Kayserthum, Königreiche, Fürstenthum, und Landen pnvilegirte, so dann St. Hochfürstl. Burchl. Hn. Hertzo- b en zu Braunschweig rc. und Hn. Hettzogen zu Württenberg rc. ingleichen Hn. Marg- arafen zu Banden - Banden rc. gnädigst angeordnete Mund - und Zahn - Artzt Jo­hann Ehrenreich, ein Sohn des verstorbenen bey Chur-Mayntz, Cölln-Trier-und Pfültz viele Jahr in Dunsten gestandenen Mund --Und Hof- Zahn-Achten, von welchem obgevachtee Ehrenreich alles auf das fleißigste erlernet, und schon geraume Jahre mit jedermans Vergnügen bey Hohen sowohl als bey Niederen praäticiret, und ausgeübet. Es wird zweifels ohne denen allermei­sten Mehr als zu wohl bekant seyn, daß die gute Beschaffenheit der Zahne ohn umgänglich zur Erhal­tung einer ansehnlichen und beliebten Gestalt erfordert werde, worzu ein schönet Mund mit keinen eingepflantzten Zähnen gür ein grosses beyträget. Findet sich aber einiger Mangel an denen selbigen, so kan nicht nur die Sprache übel lautend, und das Angesicht, auch der sonst schönsten Persohnett verstellet, viele und grosse Schmertzen, ingleichen ein nicht vor jedermann anständiger übler Odem und Geruch, 8c»rl,m, Mundfäule, Bluten des Zahnfleisches, Zahn-Geschwüren, und daraus entste­hend gefährliche Fisteln durch Verwahrlosung derer selbigen verursachetwerden , und was derglei­chen Inconvenknüen mehr feynd; So zeigets auch die klägliche Erfahrung, daß wo man die Speistn indem Munde nicht gäntzlich vertäuen und vermatmen kan , nicht nur eine schlechte Verdauung der­selben im Magen geschehe, mithin die gantze Marth des Geblüts corrumpim , und vielerlei) andere gefährliche und beschwerliche Umstände gantz gewiß erfolgen müssen. Finden sich nun Perlohnen, welche an obgereaten Ungelegenheiken Theil haben, so können sich solche bey Zeiten ehe dergleichen Übel um sich greiffen,Rüths erhöhten,und dahin bestreben,daß kheils davon befreyek, oder doch wenig­stens vor künsstige^uiren prafervirct werden, und hernach nicht wie solches erfahren mit grosserR"ue, und Wehemuth aber zu spath, und da nicht mehr zu helssen, wann man auch alle Kösten anwendete, beseuffzen müssen. Besonders ist bey Kindern zu sorgen höchst nöthig, daß dencnselben bey ckavgi- rung der ersten Zahne, wann solche loß werden, fleißig« nach gesehen, Und sogleich heraus genommen werden, daß auch Zahn-Geschwüre woraus öfters gefährliche Fisteln entstehen und gantze Kisteii- ren, frühzeitig curiret, daß auch die zweyten an ihrem Wachsthum nicht verhindert, noch unordentlich hinter einander her wachsen, und das gantze Gebiß verstellen. Wiederum muß man sich bemühen, denenseiben die rechte Arthund Weiße die Zahne zu putzen, und zu contcrvwen beyzubringen, so werden solche Kinder durch die ftühezeitige Gewohnheit die Zahne zu reinigen so grossen Nutzen schassen, daß solche vor vielen Schmertzen und Verlust derselben biß ins spate Alter prsfervitet bleiben.

Allhiek folgen etliche Operanone;, so gemeldter Künstler verrichtet:

1. Verstehet er die Zähne bey jung-und alten Personen ohne Schmertzen, und zwar mit subtilen Instrumenten, und nicht mit scharsser Medicin, deren sich Gewiss, n-lose Betrüger bedienen, und ent­weder ausBoßheit, oder Unwissenheit gantze Gebiß auf Lebens lang ruiniren, aussen sowohl als in­wendig von allem Weinstein, und andern Unreinigkeit, dardurch das Zahnfleisch weggefressen, blu­tend, die Zähne wacklend, oder gar ausfallend gemacht werden, zu putzen und zu reinigen.

2 . Denen jenigen, welche faule, hohle, und abgebrochene Stumpen und Zähne haben, sowohl ln - als ausser dem Zahnfleisch sitzend, grosse Schmertzen leiden, und solche nicht mehr zu curiren oder prgfervimt seynd, nimmt er ohne Gefahr auf eine geschwinde und leichte Arth heraus, und zwar um

mund-