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Mgynßzu bringen; worinnen Er sie ersuchet, alle Ihre Sachen sogleich von Franckfurr nur sich zu neh- men-ünd an einen andern Ort zu reisen; Sie hatte sich auch eingestellet^und auf beschehenes Vorhalten sich erkläret: Daß sie jederzeit mir dem Schreiber gehuhrer, und das wäre Ihr Angeben gegen Ihn Hr. Hofrath Senckenberg nur gottloser Weise ersonnen, um nur Geld von Ahme zu erpreßen, und sie wol- te also den Schreiber heyrathen, aber nicht aus Franckfurt gehen, worüber Er sie abgewiesen hatte, wo> bey sie ein Schreiben (idquod irerum acceptatur)von des altern Hrn. Bürgermeisters von I.erzner-, Lxcl 4 . lenz Ihme überreicht, worinnen Hr. vonLerrner die Norhzucht vor befand angenommen-und Ihn Seck- ckenberg zu einem Vergleich mit der Agricoia nöthigen wollen. ^

Worauf aber zur Abfertigung dienet: Was masten die Senckenbergische falsche Vorspie,ze- lungen: Er seye durch iraLaten aus Furcht genöthrgct worden, Ihr Geld zu bieten, in Beantwortung des vorherigen kargZrspbi 16 . schon sattsam abgefertiget worden.

Demnächst wird pro confess» judicial* utiliter acceptiret: Daß Hr. Senckenberg das Schrei­ben nach Mayntz zum abermahligen Vergleich an die Agricolam ergehen lasten, weil Er nemlich seiner bösen Thal überzeugt gewesen ; Wie Er Ihr dann auch Reise-Geld geschicket, reftantibür A6tis* Daß aber die Agricola sich zu Mayntz erkläret haben solle, sie hatte jederzeit mit dem Schreiber gehuhret, und Ihr Angeben: Ob hatte ErSenckenberg sie genothzüchtiget, wäre nur gottloser Weise ersonnen, um Geld von Ihme zu erpreßen - solches ist wiederum eine Beitais Lüge. Welcher halb vernünfftiger Mann kan glauben, daß die Agricola solche infame Bekänntnüße zu Ihrer eigenen Schande und Schaden ge­than haben solte? EineinfältigerDorf-Richterwirdes nicht glauben, und wenn Er auch von Hirschau oder Bettelhausen wäre. Auch Weht Judicium!

Die Rechten, welche sich in der natürlich gesunden Vernunfft gründen : tzma rario eft anima lcgum, die lehren vernünfftig : t^uocl non eil veri iimiie prstumilur falium, icleo neque credendum neque srreülli deber.

b^EV. Conlll. 108. N.41.

SCHRÄDER Confil. 48. N.

WESENßEC. Confil. ai8. N. 49.

Etquodnullä Major detur veri limilitudo, quam qua: ex naturali ratione colligitur, qua» omne humanum judicium dirigit uti

ex t. § 9. ft. de O. & k 4. pr. fit ad Leg. Aquil.), 18-§. 2. ff. commod. docec.

GOEDD. Conlil. Marp. j7. Vol. 4. N.272.

Dann ein Bauren-Bub, würde so einfältig nicht gewesen seyn, sich selbst zu verrathen.

Es ist also des Hr.Senckenbergs grosse Verstockung hieraus mitVerwunderung zu ersehen, daß Er Sachen hervor bringt, welche wieder die selbstredende gesunde Vernunfft laufen.

Gleichwie Er dann auch diese heillose Lüge, mit keinem Jota hat erweisen können.

Quoad §.»«. Schribt derselbe: Er hatte nunmehro allzuwohl gesehen^ daß Cr in Feindes Händen wäre, und also den ältern Hrn. Bürgermeister sogleich berichtet, daß alles was geschehen, mir dahin ab- geziehlet, damit die Huhre wegen Ihrer ohnwahrer Beschuldigungen an einem andern Ort ihren gebüh­renden Lohn empfangen möchte; Als Er nun nach 14. Tagen wieder aus der Pfaltz nach Franckfurt kommen, hätte Er mit größtemErstaunen vernehmen müßen, daß die Huhre so gar bey seinen Bruder Hr. Do&or Senckenberg in einem Liber Ihn beschuldiget hätte, als ob Er sie mit Gewalt zu seinem Wil­len gezwungen, und daß der ältere Hr. Bürgermeister erwehnten seinen Bruder Hr. Do<2c>rem Sencken­berg in seiner des Hr. Gegners Abwesenheit zu einer Transaktione fuper hoc crimine per negotiorum ge- ftionem habe verleiten wollen

Allein was elende Vorspiegelungen und leere vicenrer sind doch dieses:

Dann wer hat Ihn in seines Feindes Hand gesetzet ? Ware es nicht eine Marque einer aus­nehmenden Freundschafft, daß beyder Hrn. Burgemeistere Excellenzien in diefek seiner infamen Sache sich die Mühe gaben, seine Schande zuzudecken? Er nennet die Agticolam eine Huhre, wo kan Er Ihr der­gleichen beweisen? Da sie vielmehr die beste Aneftara Ihres Wohlverhaltens und ehrlichen Aufführung vor sich hat.

Was hat Er Ihr dann für Huhren-Lohn gegeben? Nichts anders, als die gewaltsame blaue und rothe Marquen der Norhzucht, womit Er auf eine gantz ausgelassene unmenschliche undHimmel- schreyende Weise von Abends io. Uhr, bis Morgens 4. Uhr sie mit Gewalt bezwungen-unö sich durch­gedrungen, daß auch die Signa Virginitatis violenter perforat;e it) denen LeylachM cum eftullone femini? des Morgens gefunden worden.

Sein Pflichtvergeßener und ad A&um proximum gekommener Conatus die unschuldige-und von Ihme so mit Gewalt geschändete Agricoiam in ein fremdes Land mit Houffärn Gewalthätig zu füh­ren, und wer weis wie und wo maftäctiren zu lassen,will sich durch den elenden Vorwurf oder Vorwand:

Er habe sie in fremden Tem'torio wollen straffen lassen, nicht im geringsten entschuldigen, sondern bezeugt vielmehr sein gebrandmahltes böses Gewissen:

Dann wer hätte Jhme-als einem Mittglied des Hochansehnlichen Magiftrats, biejuftiz versagt ?

Wer hatte nicht vielmehr Ehrentwegen alles gethan?

Und wäre Er selbst so unvernünfftig nicht gewesen, seine Schande zu Wien zu entdecken, wer würde es bewußttr besonderer Gonsideration wegen gethan haben?

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