Anno 1750. Dienstags, den I. Decembr. N0.192.

JOURNALS - ANHANG.

In Franckfurt am May».

Petersburg, den j. Rovembr.

Es Groß-Canzlers, Herrn Grafen von Bestuchef Errellenz, befinden sich von Dero bisherigen Maladie dermassen wie­der hergestellet, daß sie bey Hofe sowohl als im Conseil wiederum erscheinen können , und dieEonstrenzen mit denen fremden Ambassadeurs und andern Mmistris haben auch wiederum ihren Fortgang, hauptsächlich die noch übrigen Grenr- Streitigkeiten in Finnland betreffende, als welche so gut als völlig beygeieget seyn sollen, doch wird vor der Hand hiervon öffentlich noch nichts bekannt gemacht; unterdessen verbleibet eS bey der hohen Kayserlichen Resolution, daß das gute Verstcnd-

^lißmitSchweven beständig frws*»r«i <«*. ce«

der Reise der KayseklichenHcrrschafftcn nachDiow wird noch unterschiedlich gesprochen, Massen Ihro Majestät entschlossen seyn solle, ruforderstdiepro- jeetirte Reise gegen die Mitte des Decembr. nach der Haupt - Stadt Moskau vorzunehmen, als «orzu schon vieles veranstaltet wird, obgleich der Gewohlcheit gemäß denen Bojaren derer Kayser- lichea Provinzen wegen solcher Reise die Kayserliche Notifikation noch nicht zugesendet worden, sich da­selbst bey Zeiten einzustelle«. Eia unlängst von dem Gouverneur zu Kvow hier angelangter Cou­rier ist mit der Kayserlichen Ordre an denselben wieder zurück gesertiget, daß die dort stehenle Kayserliche Trouppen, welche gegen der Tartari-

S chen Grenze in der Rußischeu Ukraine in ihrePo- lirungs-Quartiere lägen, beständig aus guter Huth allda verbleiben sollen, «m aufdie Mouve­ments der« Cnmmische» Tartarn ein wachendes Auge zu haben, denn, obzwar der Crimmische Tartar Hahn den KayserlichenHofe so vest vci si­chern lassen , daß solche auf nichts anders abzieleten, als dieBewegungen der Haydamacken zu beobach­ten, damit sie keine Ausschweiffungen auf ihren Grenze» unternehmen mögten, so stel-et ihnen doch picht s«r MVlltt- mwmfu My war yir letz­

ter» betrifft, so haben sie noch keine Hisolenzien in der Rußischeu Ukraine ausgeüber, indem sie dorten sonst sehr übel bewilkkommet werden dürften r in der Pohlnischen Ukraine aber, hausetensienoch immer aus» grausamste, nnd man wundert sich hie­siger Seits sehr, daß die Pohlen nicht bessern Ernst gebrauchen, diese Räuber zu Paaren zn treiben, und gänzlich auszurotten, welches siedoch, wann unter denen vornehmsten Pohlnischen Herren eine guteEinigkeitobwaltete, garleichthatten bewerck- stelligen können. Weil das Winter-Wetter sich nach und nach ziemlich zu zeigen begonnen; so ist mau von Veroiiitz benachrichtiget, daß der grosse Wolga-Strohm nicht mehr befahren werden kön-

SladtMosrau nachAKracan abzurudern bestimmte schwere Fahrzeuge glücklich mit denen inhabende« und sernerweit nach Derbent und Jspahan 1 « transportirenden Maaren glücklich ünterAstrara« arriviret, und haben d»e in Persien befindliche Fa- rkors denen intereßirten Kauffleute» die Nachricht zugesendet, daß die durch den neuen Ehach Solr- mann Doub vorgekehrte Anstalten so viel gefruch­tet , daß die so geraume Jahre durch ganz Persien sich gezeigte Unruhen so gut als völlig unterdrückt zu erachten stünden, dahingegen aber dergröffeste Theil von der Persischen Macht in dbr Gegend von Tauris bis nach der Gegend von Bagdat an der Türckische» Grenze sich postiret hatte, welches dar n rineMarque, daß noch kein rechterVcrgleichzwi- schen der Pforte und gedachtem Ehach obhand-n sey. Im übrigen ist es mit derEnrlandischenAffai- re noch ganz stille, obgleich der ehemahlige Herzog von Cnrland, Herr Graf von Biroo, wie man versichern will, die Freyheit von der Kayserin Majestät bekommen haben soll, sich nach seinen Gutem zu begeben.

Ein anders aus Petersburg, den 6. Rovembr.

Mit den letztem Nachrichten auS Siberien hat man vgn im 3«sta»- Wer dahin verwiesenen