Aut dem Haag, den 27. April.

Nach Briefen von Surinam, unterm rosten Jan , ist dasFahr-Zeug, welches von einer be­waffneten Barque, in den Grund geschossen wor­den, kein Spanischer Caper, oder der Königli­che Commissions-Briefe gehabt hätte, gewesen, sondern ein reiner See - Räuber. Dieser hatte eine FranMche Barque gekapert, und war we­gen seiner Schnellheit im Segeln, durch ganr West Indien bekannt- Vor einiger Zeit hat er eine von den Barqnen der Compagnie, unterder Insul Arouba weggeraubet, und seit dem denCu- rassauischen Barquen grossen Schaden zugefüget, bis es endlich einer Barque mit 87. resolvirten Köpfen gelungen, diesen Räuber unter Klein» Curaffau anzutreffen, und ihn mit Verlust von drey Lobten und zehen Verwundeten, in de» Grund zu bohren, dergestalt, daß nun diese- Eiland von dem zweyten Angria erlöset ist.

Ein anders aus Coppenbagen, den 27. April.

Mylord Bruce befindet fich seit einem Monat allhier. Er hat alle Seltenheiten dieser Stadt gesehen. Am isten dieses, wurde er von dem Groß Britannischen ausserordentlichen Abgesand­ten, Herrn Litley, Ihr» Majestät, dem König, vorgefiellet, welche ihn sehr gnädig empfiengen. In kurzem wird er nach Stockholm gehen, wo er aber nicht lange bleiben, sondern fich bey dem Lager bey Schleswig einfinden will, wohin Jhro Majestät, wie man sagt, den rastendes nachst- künftigen Monats abreisen werden. Jhro Ma­jestät, die Königin, werden diese Reise nicht mit thun, welcher Umstand die Meynung bestärket, die man von der hohen Schwangerschaft der huld­reichsten Landes -Mntter hat. Der junge Herr Baron vonFlemming, ein Vetter des Königlich- Schwedlschen ausserordentlichen Abgesandten die­ses Namens, am hiesigen Hofe, ist von Paris hier eingetroffen. Er erwartet die Rückkunft seines HerrnOheims, welcher, wie man glaubt, unter Weges ist, um seinen Posten allhier wieder zu be­kleiden. In kurzem wird der Herr von Peram- bert, mit seinen geschmiedeten eisernen Canonen die Probe machen, zu welchem Ende er nur die Königliche Ordre erwartet.

Bourdeaux, den 17. April.

Das Schiff, das Vollkommene genannt, wel­cher der Capitain Conficot commandiret, ist von St.Dominigue allhier angelanget, und hat 45s. Fässer Zucker, Caffee, Indigo und andere Kauf- manns-Waare« mehrmitgebracht. So hat auch das Schiff, Cvncorbia, unter Lmmando des ka-

pitamsMtayer, so von Martinique kommet, 487. Fässer Zucker und viele andereKaufmanns- Waaren an Boord. Acht ländere Schiffe, die vvn Normanbisch-und Bretagnischen Lüsten hieb eingelaufen, haben gleichfalls allerhand Kauf­manns -Waaren mitgebracht.

Hamburg, den 27. April.

In der vergangenen Woche, langte bey Jhro Durchlaucht, der verwittibten Herzogin von Holl» stein-Schleswig, ein Courier aus Moskau an. Man versichert, daß derselbe von Ihrer Maje­stät, derRnßischenKayserin, ein Hand-Schrei­ben an Jhro Durchlaucht überbracht habe, in wel. chen Jhro Majestät, die Kayserin Nachricht gibt, daß die Groß «Fürstin, Kayserl.Hoheit, fich im gesegneten Stande befinden.

London, den r-, April.

Der Königliche Spanische Minister, Herr Wall, ist den ersten dieser, von hier nach Madrit ab» gereiset, nachdem er den Abend vorher mit de« neuen Staats - Secretair, Ritter Robinson, eine lange Unterredung gehabt; derselbe hat vor sei­ner Abreise eröfnet, daß er ungern einen Hof ver­lasse, wo er so viele Freundlichkeit und Gefällig, feit genossen, er würde ein ewiges Andenken de» ren Merkzeichen der Hochachtung und Wohlgewo­genheit behalten, womit der König und die Kö­nigliche Familie ihn beehret haben; er werde auch niemalen die Höflichkeiten und Proben der Freund­schaft vergessen, so er von dem Englischen Adel und der Ration insgemein empfangen.Es wird in der Thal versichert, daß niemalen ein ausländischer Minister von den Engeländern mehr geliebet wor» den seye als dieser Herr Wall.

Aus dem Elsaß, den r?. April.

Vorgestern langte der in Cölln gestandene^st, liche Nuntius in Strasburg an. Man empfi ng ihn unter Losbrennung der Canonen, und satzte ihme eine Compagnie von dem Regiment B-lsunie vor sein Logis; allein er bedankte sich vor diese letz­tere Ehre. Heute machten alle Offrciers ihre Auf- Wartung bey ihm. Von hier aber wird derselbe seine Reise über Solothurn nachLucernfortsetzen. Wir werden diesen Sommer ein Feld-Lager von zfooo. Mann in unserer Provinz sehen; der Sohn der Marschallen von Maillebois wird sol­che commandiren, und noch j. vornehme Gene- ralS-Personen unter sich haben. Der Ott ist noch nicht eigentlich bekannt; doch wird ei bey Bischweiler oder Hagenau seyn. Alle Lapezierer haben mit Zelten machen ru thuu, und das Lager