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Anno 1750. Dienstags, den 4. AuZuüu klo. 124/

>'.41L - ANHANG.

In Franckfurt am Mayn.

Cvnstantinopek, den 14- Junik.

Achdem verzerr Celsing, Sr. Königlichen ^ Majestät in Schweden Extraordinair» ! Envoye, seine Begkavbigungs - Briefe dein Groß-Vezier üderreicheichet hat, ist . der Alliantz-Lraclat zwischen der Pforte und Schweden, nachdem dessen Zeit beynahe zu Ende gelausten war, unter den vorigen Bedingungen er­neuert worden. Nach der Absetzung des Mufft» und anderer Grossen des Reichs, genieffet »nan hier einer vollkommenen Ruhe. Man hat daher tlr- sache, sich zu wundern, woher das Gerüchte, als ob LerGroß-Sultan vom Throne geworffen sey, aus­wärtig entstanden ist. Es ist nichtzu zweisteln, daß der letzte grosse Brand, wodurch die Stadt einen so ansehnlichen Verlust erlitten, von denen Janitscha- ren verursachet worden sey, um bey dieser Gelegen- -heit einen Ausruhr zu erregen.

Petersburg, den 7. Julii.

Vor diesesmal werden des Reichs Groß-Cantz- ler, Herrn Grafen von Bestrichest Ercellcntz, der Kavserl. hohen Herrschafft nicht nach Pctershof folgen, damit dieselbe wegen der offtermaligen An­laugung derer von auswärtigen Höfen eintreffen- den Couriers, bey der Hand seyn mögen, wie dann die geheime Conferences mit denen sremdcnMini- stris von Sr. Ercell. besage der in Händen haben­den Kayserl. Ordre, noch beständig fleißig fortgese­tzt werden, um mitdenen vorseyendcnVergleichs- Ickterhandlunge» bald möglichst zum Stande zu kommen. Der Gouverneur zu Kyow hak der Kayserin Majestät jüngsthin den Rapport abge- fiaktet, daß der Chan der Crimmischen Tartaru schleunig nach Constantinopel gereiset wäre, und daß der Baffa von der Gräntz-Vestung Bender der Befehl geworden, die unterhabende Guarrnsou aufs Ansehnlichste mitdenen im Anrnarsch begriffe­nen Janikscharen zu verstarcken.

Einanders aus Petersburg, den 10. Jul.

Es ist der Schluß gefastet umLeiy einige Regt»

menter nach denGräntzen von Finnland rücken zu lassen, es seynd aber die Trouppen, so dieses neue Corxo ausmachen sollen, noch nicht ernennet, mau sagt auch nicht, wie starck es an der Zahl seyn wer­de. Der König!. Pohlnische bevollmächtigte Mi­nister, General von Arnunb, hat dieser Tagen mit den» Groß-Cantzler, Graf von Westliches, und dem Dice-Cantzler, Graf von Woronzoff, eine Confe- rentz gehalten, worin er ihnen Part vondenDepe» chen gegeben, so er von seinem Hofe erhalten, und dem Versichern nach, die Affairen von Cnrland, den an Jhro Majest. die Kayserin zu Gunst des Herzogs Ernst von Biron, um ihn wieder in den Besitz desselben Herzogthlims eiirzusetzen, anbetrof- fen haben.

Stockholm, den 14. Jul.

Jhro König!. Majestät befinden sich bey dem bisherigen Gebrauch des Pyrmonter Wassers auf dem König!. Lust-Schlosse Carlsberg bey allem ho- henWohlseyn. Höchst-Dieselbeu haben den Pro- tocolls-Secrerair bey derKönigl. Ju stitz-Revision, Herrn Swahn, znm Lagmann in Wester-Nordland verordnet. Verwichene Woche wurde auf dem Schlosse Drontningholm der Rahmens-Tag Ihr» König!. Hoheit, des Thron-Folgers, in grosser Gala gefeyret. Höchst-DeroselbenFrau Gemah­lin, dieCron-Prinzeßin, befinden sich bey Dero her- annahenEntbindungs-Zeit sehr wohlauf, und ha­ben noch vor einigen Tagen einen Spatzier-Gang nach den bey Drontninghvlm belegencn Adelichen Höfen vorgenomlnet». Die Ost-Indische Compa­gnie hat kund machen lassen, daß sie den 2?. dieses A. St. durch öffentliche Auktion zu Gothenbur- das in vorigem Jahr zurück gekommen, und anfder Gothenburgischen Rhede liegende Compagnie- Schiff, der Friede, verkauffen würde, mit dein Beysügen, daß man das darüber errichtete ^nven- kariumsowohl zu Gothenburg, als Stockholm, 1« PenContoiren derCompagnieköntezusehen bekom­men. In demEIfsborgischcn Lehen ist eine Frau