Den 24. Jüni Morgens um 6 x / 2 Uhr beginnt das Fest durch einen feierlichen Instrumental - Choral auf dem St. Katharinen - Thurm.

An demselben Morgen versammeln sich das Comite, so wie alle, welche zur Theilnahme an der Feier eingeladen sind, an den noch näher zu bezeichnenden Orten und vereinigen sich in dem Bibliothek-Gebäude zu einem feierlichen Feslzuge, welcher von da nach dem Roßmarkt zieht.

Um 9 Uhr setzt sich der Zug unter Abfeuerung der Kanonen und unter Glockengeläute in Bewegung, geht durch die Langestraße nach der Allerheiligengasse, über die Zeil nach dem Roßmarkt, und stellt sich in denjenigen Räumen auf, welche für die verschiedenen Abtheilungen des Festzuges eingerichtet sind. Erst wenn die letzte Abtheilung des Zuges in den Festhallen angekommen ist und ihre Plätze eingenommen hat, schweigen Kanonen und Glocken.

Der Festzug zerfällt in drei große Abtheilüngen, deren jede an ihrer Spitze ein Musik-Chor hat und von Mitgliedern des Comites angeführt und geschlossen wird.

Die erste dieser Abtheilungen, welche sich hinter dem Bibliothek-Gebäude versammelt und aufstellt, soll aus den Knaben und Mädchen der oberen Klassen sämmtlicher Schulen aller Confessionen, aus den Knaben der hiesigen Privat- Institute und den oberen Klassen des Gymnasiums bestehen.

Jede Schule erscheint mit einer Fahne. Die Knaben haben ihre Kopfbedeckung mit Eichenkränzen, die Mädchen ihr Haar mit Kränzen von Eichenlaub geschmückte

Die Herren Professoren und Lehrer, die nicht die Führung ihrer Klasse beaufsichtigen, folgen ihren resp. Schulen.

Die zweite Abtheilung des Festzuges, die sich in den Hallen des Bibliothek-Gebäudes versammelt, soll bestehen:

1) aus den Gelehrten aller Facultäten und der Geistlichkeit aller Confessionen;

2) der Handelskammer, der General-Ober-Post-Direktion, so wie sämmtlichen hier bestehenden verschiedenen Kunft- und wissenschaftlichen Vereinen;

3) aus dem großen Comite;

4) aus den hiesigen sowie aus den fremden zum Feste eingeladenen Buchhändlern, Buchdruckern- und Schrift­gießerei-Prinzipalen, nebst den Buchhändler-Gehülfen und Lehrlingen.

Die dritte Abtheilung des Festzuges versammelt und stellt sich auf in der Nähe der Bibliothek und soll bestehen:

a) aus den Factoren, Gehülfen und Maschinenmeistern der hiesigen und benachbarten Buchdruckereien und Schrift­gießereien mit ihren Fahnen, nebst den Lehrlingen, Embleme in Bezug auf ihre Kunst tragend;

I>) aus Deputationen der hiesigen zünftigen Gewerbe mit ihren Fahnen und sonstigen Emblemen.

Die Mitglieder der Hohen Staats-Behörden werden zu der Feierlichkeit auf dem Roßmarkt eingeladen.

Auf diesem ist ein großer Circus erbaut, in welchem die Plätze bezeichnet sind, welche die Mitglieder Hohen Senats, wie die der andern Staats-Behörden, die Theilnehmer des Festzuges, so wie die bei dem Fest mitwirkenden Sänger und Musik-Chöre aufnehmen. Die noch weiter vorhandenen Plätze werden dem Publikum gegen zu lösende Eintritts-Karten überlassen.

Auf dem Platze innerhalb des Circus ist für die Dauer des Festes ein großes Monument aufgerichtet, welches auf die vorzüglichsten Beziehungen hindeutet, in welchen die Buchdruckerkunst zu den Hauptrichtungen des menschlichen Geistes stehet!

Nachdem der Zug auf dem Noßmarkt angekommen ist und die bestimmten Plätze eingenommen hat, beginnt die Feier mit einem großen Choral, an den sich eine Festrede schließt. Am Schlüsse der Rede erschallt, eine Jubel-Musik, während welcher die Enthüllung des Fest-Monuments geschieht und an welche sich das Te Deum von Neukomm anschließt. Mit der Enthüllung des Monuments wird die Werkstätte der Preß - Thätigkeit sichtbar, worin mehrere Pressen, wie auch ein Gießofen sich befinden und in volle Thätigkeit gesetzt werden. Unter anderem wird der Text zu dem Lied:Nun danket alle Gott" gedruckt, und sogleich vertheilt werden, um als Schluß der Feier von dem auf dem Roßmarkt versammelten Publikum gesungen zu werden.

Nachmittags 2 Uhr versammeln sich die verschiedenen Corporationen zu festlichen Mahlen. Abends ist Festoper, oder Ball im Schauspielhause, so wie Beleuchtung des auf dem Roßmarkt ausgeführten Monuments.

Am zweiten Tage, nämlich den 25. Juni, werden auf dem Paradeplatz in einem festlich geschmückten Locale, die typographischen Arbeiten älterer und neuerer Zeit, sowie die sich dazu eignenden Werke und die Bildnisse, Büsten und Statuen der berühmtesten Männer Frankfurts, die sich als Gelehrte ausgezeichnet, oder sich sonst um Wissenschaft und Cultur verdient gemacht haben, ausgestellt und dem Publikum zur Beschauung gegen Einlaß-Karten eröffnet.

Der Nachmittag ist der Belustigung in dem Wald, auf dem Sandhof und dem Forsthaus gewidmet, zu welcher die Buchdrucker- und Schriftgießer-Gehülfen in festlichem Zuge unter Musik-Begleitung hinausziehen, oder in geschmückten Schiffen bis an den Sandhof fahren.

Abends ist große Beleuchtung und Banquet auf der Mainluft, so wie glänzende Beleuchtung des Monuments auf dem Roßmarkt.

Diejenigen Deputationen aus anderen Städten, welche sich der Feier anzuschließen geneigt sind, werden ersucht, sich dieserhalb an die Fest-Ordnungs-Com^mj jlvll zu wenden.

STADTBIBLIOTHES

FRANKFURT AM MAIN