Auch bei uns in Frankfurt soll und wird, wie wir uns der frohen Hoffnung hingeben, dieses Fest m dem eben ausgesprochenen Sinne gefeiert werden. Bereits seit länger denn einem Jahre haben die Gehülfen aller Buchdrucker­und Schriftgießer - Officinen gemeinschaftliche Kassen errichtet, in denen sie, mit einer an Pietät gränzenden Gewissen­haftigkeit wöchentlich ihr Schärflein niederlegen, um seiner Zeit einen namhaften Beitrag zu den Kosten des Festes anbieten zu können; ihnen schließen sich die Eigener dieser Officinen, so wie die sämmtlichen hiesigen Buchhändler an, aus deren Mitte bereits ein engeres Comite erwählt wurde, welches mit dem Ordnen der beabsichtigten Festlichkeiten so wie mit dem Entwurf eines Programmes und der Ausführung desselben beauftragt ist. Die Basis dazu ist in den bereits Statt gehabten Sitzungen des Comites begründet und in denselben beschlossen worden, ein erweitertes Comite von Männern zu bilden, von deren Stand, Bildung und Geistesfähigkelten Rath und Beistand bei diesen vorzubereitenden Festlichkeiten zu erwarten steht.

Die Aufgabe ist: eine dankbringende kirchliche Feier, eine öffentliche ceremonielle Darstellung der Preßthätigkeit, die als Kern des Festes anzusehen, dann eine möglichst vollständige Ausstellung der vorzüglichsten Erzeugnisse Frankfurter Typographie und anderer seltener Drucke in einem dazu eigends ausgeschmückten Saale, den die Bildnisse ausgezeichneter Frankfurter Gelehrten zieren sollen, und endlich die Festivitäten, die der Geselligkeit gewidmet sind und mit welchen die ganze Feier beschlossen werden soll, auf eine Weise zu ordnen und zu vereinbaren, daß sich daraus ein würdiges, dem erhabenen Zweck entsprechendes, dabei frohes Fest bilde, was den Anordnern zur Ehre und den Theilnehmenden zur dauernden Erinnerung an einen Tag gereiche, den von unserer jetzt lebenden Generation vielleicht Niemand, gewiß aber nur sehr wenige wiederkehren sehen werden. Möge der Eindruck, den er hinterlassen wird, ein großartiger und ein freudiger sein!

Wir haben in der jüngsten Zeit einige Feste der Art in unserer Nähe gesehen, deren man stets in diesem Sinne gedenken wird. Das Guttenbergs - Fest zu Mainz und das Sänger-Fest zu Frankfurt ließen Nichts zu wünschen übrig, und wenn die bedeutenden Kosten dazu mit freigebiger Hand gespendet wurden und die Obrigkeitlichen Behörden denselben die wohlwollendsten Unterstützungen angedeihen ließen, so dürfen wir wohl mit Zuversicht erwarten, daß uns beides an dem Tage, wo es gilt

das große Fest -er geistigen Emancipation

zu feiern, nicht fehlen wird.

Wir zählen auch auf Ihre uns sehr schätzbare und thätige Mitwirkung und haben die Ehre Sie zu einer auf Montag den November, Abends * Uhr, im Locale der Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste rc.

Statt habenden Sitzung des erweiterten Comite's, zu dem wir Sie zu zählen uns erlauben, hiermit ergebenst einzu­laden. Wir rechnen auf Ihr Erscheinen und Ihre Theilnahme und beharren

Frankfurt a. M. den 28. October 1839.

I. L. Heller, Buchdrucker, Präsident.

I. W F. Bruvre, Buchhändler.

Carl Jngel, Buchhändler.

C. Könitzer jun», Buchhändler.

Benj. Krebs , Schriftgießer und Buchdrucker. Carl Naumann, Buchdrucker.

I. D. Sauerländer, Buchhändler u. Buchdr. Fritz Schneider, Buchdrucker.

Eduard Wagner, Buchdrucker.