festliche Tage stehen uns bevor, deren Erinnerung niemals in dem lebenden Geschlecht« erlöschen, und noch auf die fernen Nachkommen übergehen wird, wenn wir an ste Denkmale vererben, die ein unvergängliches Zeugniß ablegen von der Gesinnung, mit welcher wir die Säcularfeier begingen. Ein solches Denkmal soll das hier angekündigte Werk sein; ein Werk, welches von Künstlern unterstützt wird, aus deren Händen di« Nation nur das Ausgezeichnete zu empfangen gewöhnt ist, welches von einem Orte ausgeht, der als Mittelpunkt deutschen Buchhandels und deutscher Typographie anerkannt ist, und darum auch bei der Feier des erhabenen Festes vor allen Städten Deutschlands sich auszuzeichnen berufen ist. Das schöne Gedicht, welches als ältestes Heiligthum des deutschen Volkes anerkannt ist, soll in einer Form erneuert werden, welche Zeugniß ablegt, was die Buchdruckerkunst im Jahre 1840 zu leisten vermochte: die älteste und großartigste Schöpfung deutscher Poesie soll die folgenreichste Erfindung deutschen Scharfsinns zugleich verherrlichen und durch sie ver­herrlicht werden.

Der Uebersetzer ist bemüht gewesen, das Nibelungenlied ohne Verunstaltung durch modernen Aufputz in einer einfach würdigen, gleichmäßig durchgebildeten und dabei allgemein verständlichen Sprache wieder­zugeben, so daß dem Geiste des Originals mit der neuen Form nicht Gewalt angethan werde, sondern er sich in ihr mit ursprünglicher Freiheit rege.

Die Namen der Männer, welche sich zur Ausführung dieses Werkes vereinigt haben, und die Ver­sicherung der Verleger, keine Opfer zu scheuen, um das möglichst Vollkommne zu liefern, werden für die Solidität des Unternehmens bessere Bürgschaft leisten, als Druck- und Papierproben vermöchten, welche zurückgehalten werden, damit im Jahre der Festfeier das vollendete Werk einen um so größeren Eindruck her­vorbringe. Nur so viel glauben wir jetzt erwähnen zu müssen, daß die Ausführung der Holzschnitte, wie den bewährten Künstlern, welche die artistische Ausstattung unseres Werkes übernommen haben, angemessen scheint, vorzugsweise durch deutsche Künstler geschehen wird und zwar in der Weise der älteren deutschen Meister, weil dieselbe die Schönheit der Zeichnung mehr herausstellt, als jede andere, welche eine falsche malerische Wirkung berücksichtigt; daß jedes einzelne Abenteuer seine eigene Decoration erhält; daß das Buch in Quarto auf Kupferdruckpapier gedruckt wird.

Damit die Namen der an der Feier theilnehmenden Zeitgenossen durch dieses Denkmal derselben der Nachwelt mit überliefert werden, so soll dem Werke ein vollständiges Subscribentenverzeichniß beigefügt wer­den, damit aber ferner dieses schone Buch als ein Familienbesttzthum erhalten, und dazu im Jahre des Festes gleichsam geweiht werde, so soll an jeden Subscribenten das ihm zustehende Eremplar mit einer Inschrift nach Art der folgenden abgeliefert werden.

Zur Erinnerung

an die

vierte Säcularseier

der Buchdruckerkunst

erworben

von

IV. N. in N.

Da die Verleger nicht mehr Exemplare von dieser Fest-Ausgabe drucken lassen werden, als Subscribenten sich melden, so soll jedes Eremplar an der Presse mit einer fortlaufenden Nummer versehen werden.

Der Subscriptionspreis ist 6% Thlr. 10 fl. CMze. 12 fl. Rh. Francs 1 Guinea 25 Rubel Bco. 5 Dollars.

Leipzig, im Januar 1839.

Otto und Georg Wigand