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wunde auf der Stirn angeregt. Von nun an blieb er den Wirbelthieren treu, und schenkte seine besondere Zuneigung ausser diesen nur noch den Krebsen und hin und wieder den Crinoideen und Echiniden.
Unter den ersten literarischen Versuchen Meyer’s scheint mir die Beschreibung der Gattung Aptychus ein Meisterstück von Klarheit und Genauigkeit zu sein. Obwohl die heutige Ansicht über die Natur dieser sonderbaren Schalen eine ganz andere geworden ist, so übertrifft keine spätere Beschreibung die Meyer’sehe in den erwähnten Eigenschaften.
Wie genau er es mit seinen Studien über fossile Wirbelthiere nahm, beweisst das Erscheinen der ,,Palaeologica u . Hier findet sich eine Zusammenstellung der gesammten fossilen Vertebraten-Literatur mit Ausnahme der Fische, dieser schliesst sich ein systematisches Verzeichniss aller bis zum Ja.hr 1830 bekannten fossilen Säugethiere, Vögel und Reptilien nebst genauer Angabe ihres Vorkommens an. Dem ersten mehr compilatorischen Theil folgt sodann eine neue Classifikation der fossilen Saurier nach den Organeu ihrer Bewegung, eingeleitet durch Betrachtungen über Fragen, welche damals die beschreibenden Naturwissenschaften vorzugsweise bewegten. Mit viel Geist und in lebendiger, geschmackvoller Darstellung werden die Ansichten über Entstehung und Entwickelung der Organismen erörtert. Meyer ist Anhänger einer unmittelbaren Urzeugung bei den niedrigsten Pflanzen und Thieren: ,,Die meisten sichtbaren Geschöpfe gebiert die Erde zwar mittelbar. Ausserdem gibt es aber noch eine unzählige Menge kleiner Geschöpfe mit nicht weniger constanten Formen, die sich nur durch Annahme einer spontanen Entstehung, durch eine generatio aequivoca erklären lassen. Es ist dies ein jetzt noch statthabendes Gebären der Erde, das von einem günstigen Zusammentreten von Umständen abhängig, hauptsächlich bei der Bildung von Infusorien, Eingeweidewürmern, Flechten, Algen, Pilzen etc. vorkommt.“ Auch die Betrachtungen über Species, Verwandtschaft und Systematik verdienen unsere Aufmerksamkeit, da sich in ihnen Meyer als denkender Naturforscher docu- mentirt. Der 3. Theil der Palaeologica enthält eine Schilderung der Gebilde der Erde, in denen Ueberreste von Geschöpfen gefunden werden.
Dieser Abschnitt, sowie die im Jahr 1833 veröffentlichten „Tabellen der Geologie“ liefern den Beweis, dass Meyer in der Geologie und ihrer Literatur nicht weniger bewandert war, als in Paläontologie.