Mit besonderer Liebhaberei wandte er sich während seiner Gymnasial Studien der Mineralogie und Chemie zu.

Diese gemeinsame Neigung bildete den Kitt zu einem innigen Freund schaftsbündniss mit Friedrich Wöhler, das bis zu seinem Lebensende von beiden Seiten mit unwandelbarer Treue gepflegt wurde. Leber seine da­malige Beschäftigung spricht sich Meyer folgendermassen aus: ,,Ich er­innere mich aus meiner frühesten Knabenzeit noch lebhaft der Freude, die ich empfand, als ich in Besitz eines Sandbades mit Retorte und Vorlage gelangte, und mit diesen Apparaten im Hof des Hauses meiner Eltern mich mit Wöhler beschäftigte. Ich glaube nicht zu irren, dass hierdurch uns beiden die Neigung zum Studium der damals einer völligen Umgestaltung entgegengehenden Chemie geworden, die den Lebensberuf Wöhlers ausmachen, mir dagegen zu einer Beschäftigung werden sollte, der ich für meine anderweitige Ausbildung unendlich viel zu danken habe. Das Taschengeld wurde fast nur auf An­schaffung von Mineralien, Reagentien und Druckschriften über Chemie und Mineralogie verwendet, so alt letztere auch sein mochten. Die Lager der Antiquare wurden manchmal durchsucht. Bald war zwischen mir und Wöhler eine wissenschaftliche Verbrüderung angebahnt und es verging fast kein Tag, wo wir uns nicht sahen und in schwierigen Experimenten und zwar ohne alle Anleitung versuchten; denn woher hätte diese auch kommen sollen? Lebten wir doch in einer Zeit, in der Wissenschaft und Kunst wenigstens in dem von politischen Stürmen heimgesuchten Vaterland fast nur dem Namen nach bekannt waren. Dieses mühsame Durchringen war es aber gerade, was unsern Eifer stählte und mit Erfahrungen bereicherte, die unmöglich jetzt mehr gemacht werden, wo man sich in den exakten Wissenschaften allent­halben in jedem Alter und Stande unterrichten kann.

Trotz seines körperlichen Leidens wollte sich Meyer dem Hüttenwesen widmen und nahm zu diesem Zweck eine angebotene Stelle in dem Glaswerk zu Kahl bei Bieber an, die er jedoch nach Jahresfrist wieder aufgab. Auf den Wunsch seines Vaters trat er nunmehr als Lehrling in das Bankgeschäft seines Oheims ein und verblieb darin drei volle Jahre, ohne jedoch in dieser Beschäftigung Befriedigung zu finden und ohne seine chemischen Arbeiten mit Wöhler aufzugeben.

Nach überstandener Lehrzeit bezog er im 21. Jahre die Universität Heidelberg, um seine praktisch erworbenen Geschäftskenntnisse durch camera-