Sorgsame Pflege der Wissenschaften stand in Deutschland von jeher hoch in Ehren. Unsere Hochschulen haben niemals aufgehört, Wissen zu verbreiten und zu mehren, sie sind immer Mittelpunkte gewesen, von denen das Licht der Aufklärung ausstrahlte. Es ist nicht Selbstüberhebung, wenn wir behaupten, dass bei uns vielseitige, gründliche Bildung und Freude an wissenschaftlicher Forschung in weitere Kreise gedrungen sei, als in irgend einem andern Land der Welt.
Dennoch haben wir namentlich England um jene lebhafte geistige Regsamkeit der höheren und wohlhabenderen Gesellschaft zu beneiden, die dort der Wissenschaft schon viele hochbegabte Männer zugeführt hat.
In Deutschland werden wissenschaftliche Erfolge fast nur von Berufsgelehrten errungen, in England kämpfen zahlreiche unabhängige Mitbewerber mit um die Palme.
Freiwillige, dem inneren Drang entsprungene Arbeiten verdienen immer eine freundliche Anerkennung und milde Beurtheilung; wenn aber diese Leistungen über das gewöhnliche Maass hinausgehen, wenn sie sich den hervorragendsten und besten zur Seite stellen, dann haben wir alle Ursache ihre Urheber doppelt zu ehren und das Andenken solcher Männer in der Geschichte der Wissenschaften fortleben zu lassen.
Hermann von Meyer war Jahrzehnte lang einer der geachtesten Namen in der Palaeontologie, und doch hat er seine wahrhaft riesige literarische Thätigkeit lediglich den Mussestunden abgerungen, die ihm seine fernliegenden und keineswegs leichten Berufsgeschäfte übrig Hessen.
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