Nro. 156.

H k s p c r u s.

Mittwoch, 30. Zuni 1324.

Einige, in der Haupt - Versammlung der Ge­sellschaft für Natur- und Heilkunde zu Dresden am *5» Juni d. Z. vom Unter­zeichneten vorgelesene und mit Beyfall auf­genommene Bemerkungen über die Ent­deckung vieler deutlichen Spuren der Mond- bewohner, besonders eines kolossalen Kunst- gebaudeS derselben,, von Franz v. Paula G r ui rh uisen.

(Man sehe Archiv für die gesammte Naturlehre von K a st- ver. Band I. Heft r. 1824. S. 129 171. *)

Herrßr-. G. stellt insbesondere die Fragen auf:

!. Wie weit geht in Ansehung der selenographischen Breite die Spur der Vegetation.?

II. Wie weit geht in eben dieser Hinsicht die Spur animalischer Wesen?

NI. Wo findet man die größten oder deutlichsten Kunstspuren auf der disseitigen Mondoberfiäche? Er gibt hierauf das Endresultat seiner Betrach­tungen auf die Frage l. in folgenden Worten: daß sie (die Vegetation) in des Mondes Süden bis 550 und im Norden bis 65 0 reicht, und daß weiterhin gegen die Pole durch Farbe sich nicht das Geringste uüterscheidcn lasse, was auf Vegetation Bezug haben könnte; denn diese Jo­nen haben durch alle Zeiten eine solche blendende Weiße, daß ich (Gruith.) schon oft versucht wurde, an den Polen Schnee anzunehmen, um so viel mehr, als die Gebirge derselben immer bey Weitem nicht so scharfrandig erscheinen, als in gemäßigter« Jonen, und fügt den Nachsatz hinzu:

Bey dem Allen läugne ich aber nicht, daß die

*) Und HeSp erus Nr. iZi und 13z,

Vegetation noch weiter gehen könne, da ja auf der Erde, so weit Menschen gegen die Pole Vor­dringen und Berge erklettern konnten, das Ende der Vegetation nicht erreicht wurde.

Dieses Endresultat, nach welchem die Vegeta­tion nur bis zum 55° und 65° Breitengrade gehen soll, ist durch den Nachsatz von Hrn. D. G. selbst widerlegt, und kann weder durch die Theorie noch durch Beobachtungen bestätigt werden. Im Gegen­teil wissen wir, daß die Mondare gegen die Eklip­tik 88|° geneigt ist, daß also bis in eine solche hohe Breite, die Sonne täglich (d. i. den Mond­tag der Dauer des Mond-Umlaufs um die Erde gleich gesezt) über den Mondländern auf- und un- tergcht, und nur in noch höhern Breiten zur Jeit des dortigen Winters Tage und Monate lang nicht sichtbar ist.

Finden wir nun in den Gegenden unserer Erde, wo die Sonne im Winter Monate lang nicht scheint, noch Vegetation, warum soll diese auf dem Monde in 55° und 65° der Breite, wo die Sonne täglich die Oberfläche erleuchtet und erwärmt, ver­schwunden seyn?

Die Beobachtungen der Mondflache zeigen uns übrigens in den hohen Breiten über 55° und 65° außer zahllosen Gebirgen immer noch beträchtliche Niederungen, die an Größe den Ptolemäus und H ipparchu s übertreffen, uns aber wegen der Rundung des Mondes' verkürzt und kleiner, als sie sind, erscheinen. In diesen Niederungen ist im­mer große Verschiedenheit der Helligkeit zu erken­nen, und die von den hohen Bergen herrührende blendend weiße Farbe, die Hr. Dr. G. bemerkt, ist in diesen tiefer liegenden Gegenden nicht vor­handen.

Er betrachte die grauen Stellen, die sich in der Nähe des L Südpols neben den, vom Tycho