der uns wirklich Vorkommen kann. Aber von ei­ner andern Seite bedarf dieies Gefetz einer noch nicht angeftellten Prüfung. Alle Verfuche, wo­durch man fich von der Richtigkeit deftelben über­zeugt hat, find blofs mit atrnosphärifcher Luft an- geftellt worden. Da wir aber gegenwärtig wißen, dafs es nicht nur aufser der atmosphärifchen Luft eine grofse Menge anderer elaftifchen Flüfsigkei- ten giebt, fondern dafs die atmosphärifche Luft felbft, befonders in den untern Regionen, ein fehr veränderliches Gemifch folcher Flüfsigkeiten ift, fo kann es weder für die Theorie, noch für ihre Anwendung gleichgültig feyn, zu wiffen, ob je­nes Gefetz von allen elaftifchen Flüfsigkeiten gül­tig fey, oder nicht. Die Königl. Akademie der Wiflenfchaften fordert daher die Naturforfcher zur Beantwortung der Frage auf:

das Mariottifche Gefetz ein allgemeines Gefetz für alle elaßifche Flüfsigkeiten , oder nur für die atmosphärifche Luft ?

Es ift von felbft klar, dafs die Beantwortung der Frage nicht auf dem Wege der Speculation, der in der Naturlehre immer und ewig ins Leere führt, fondern auf dem Wege der Verfuche ent-, fchieden werden mufs, dafs aber eben daher die Akademie keine abfolute, fondern nur eine be­dingte Beantwortung der Frage erwarten kann. Die Hauptfache wird auf die Erfindung einer Ge- räthfchaft ankommen, vermitteln welcher man je­de beliebige Luftart, bis zu gewifien zweckmäßi­gen Gränzen der Verdichtung und Verdünnung, genauem Verfuchen unterwerfen könne. Nächft- dem erwartet fie, dafs diejenigen, welche fich um den Preis bewerben wollen, einige der merkwür- digften Luftarten, nebft einigen Mifchungen der- felben, folchen Verfuchen unterwerfen. Sie fchlägt den Bewerbern folgende Luftarten vor: Sauer- ftoffgas, Waflerftoffgas, kohlenfaures Gas, und Stickftolfgas. Sie beftimmt für die befte Antwort einen Pr§is von -50 Dukaten.