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Heb zu befestigen; allein der viereckige Muskel und die Sehnenscheide, die sich in den Vögeln finden, fehlen bei diesen Reptilien.
In den übrigen Eidechsen finden sich sehr auffallend verschiedene Bildungen. Die gewöhnlichen Eidechsen haben an der Stelle der Augenlieder ein kreisförmiges Segel, das vor der Augenhöhle ausgespannt ist und eine horizontale Spalte hat, welche durch einen Kreismuskel geschloffen, durch einen Aufheber und Niederzieher geöffnet werden kann. An seinem untern Theile befindet sich eine knorplige, glänzende, runde Scheibe, wie bei den Vögeln. Außerdem findet sich noch ein kleines, in- neres, aber mit keinem Muskel versehenes Augenlied. Im Ka- mäleon, dessen Augenliedspalte so klein ist, daß man kaum die Pupille durch dieselbe sehen kann, fehlt dieß dritte Augenlied gänzlich. Der Gecko hat kein bewegliches Augenlied, sein Auge wird wie bei den Schlangen durch einen leichten Wulst der Haut geschützt.
In den Fröschen und Kröten ist das obere Augenlied nur ein beinahe unbeweglicher Vorsprung der Haut- Das untere ist beweglicher und hat einen dickeren Rand; aber des dritten, welches sich von unten nach oben bewegt, bedienen sich diese Thiere am häufigsten. Es ist sehr durchsichtig und hat bloß einen quer hinter dem Auge verlaufenden Muskel, der auf jeder Seite eine dünne Sehne bildet, welche sich an das ihm entsprechende Ende des freien Randes dieses dritten Augenliedes anheftet. Dieses von Cuvier beschriebene dritte Augenlied scheint jedoch bloß eine Duplicatur des unteren Augenliedes zu sein.
Die Salamander haben bloß zwei horizontale, fleischige und sehr bewegliche Augenlieder, die das Auge wohl kaum ganz bedecken können.
In Rücksicht auf ihre Thrä'nendrüse biethen die Reptilien eben so viele Varietäten dar, als in Bezug auf ihre Augenlieder. Die Meerschildkröten haben am hintern Winkel eine ansehnliche Drüse. In den Süßwasser-Schildkröten findet man zwei kleine schwarze Drüsen, die auch in den Kröten und Frö