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1454 Göttingische gelehrte Anzeigen
daß meistens keine organische Fehler am Gehirne und in der Schedelhöhle anzutreffen seyen". Die Beschaffenheit des Gehirnes bey der Blödsinnigkeit (Idiotismus) wird vom Vers, sehr treffend geschildert. Der Idiotism ist eine Krankheit aus ange- borner Anlage, zeigt sich aber erst auffallend gegen die Jahre der Mannbarkeit. "Ungegründet ist daher die Behauptung, daß die meisten Arten deS Wahnsinnes in den späteren Lebens<Perioden entstehen". Der Wahnsinn ist in der primitiven Anlage begründet. * Ueberhaupt verliert Niemand, selbst ben den erschütterndsten Veranlassungen, feinen Verstand, wer nicht eine Anlage zur Narrheit hat". Jede Gattung des Wahnsinns geht zuletzt in Idiotism über. In seinen weitern Fortschritten stellt der Idiotism die Phänomenen des Cretinismuü dar. Taubstumme seyen oft blödsinnig, und leiden am Organe des Gehöres im Gehirn, an einer Suniitas encephalica Man unterscheide am füg« lichsten folgende Gattungen des Wahnsinns: i) Dev verliebre Mnbnsinn. Bey allenThieren, vorzüglich den männlichen, finde man zur Begattungszeit das kleine Gehirn strotzend von Blut und in einem wahren Erotismus; ausser dieser Periode dagegen zusammengefallen und in seinem Volumen vermindert. Bey manchen Menschen, verliebten Debaucheurs, stellt das Organ des GeschlechtStrie. beö eine wahre Monstrosität in den Hinterhaupts, Hügeln des Schedels dar, der, wie bey den Affen, an dieser Stelle doppelt sackig aufschwillt. 2) Dev Lebensüberdruß. Es gäbe wirkliche Epidemien des Selbstmordes. 3) Scrupulosirär. Eine der häufigsten Gattungen des Wahnsinnes, eine Folge der abnormen Entwickelung der Organe der Circum- spection. Die religiöse Scrupulosität, oder das schwierige Gewissen, ist eine Varietät hiervon. 4)
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