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seinem Abgänge dort die Brigg Pearl, von hier, von der Nord-West Küste angekommen war, von wo fie durch den russischen Commandanten in Nordfolk- Sund weggewiesen worden war. Nachdem die Pearl den Sund verlassen, war sie durch die russ. Fregatte Apollo angehalten worden-, die ihr Documente vvr- legle, wornach sich die ausschließliche Herrschaft Rußlands bis zum 5 i* N. Br. an der N. W. Küste von Nordamerika von der Behringsstraße an, und dis 4 ?" 5o" an der asiatischen Küste erstrecke und daß alle Schiffe, von welcher Nation sie seyn möchten, die innerhalb 100 Ital. Meilen von diesen ausgedehnten Küsten ab gefunden würden, Fälle wirklicher Noth ausgenommen, der Eonfiscation unterworfen feyen. Der Apollo war beschäftigt, Schiffe mit Instructionen abzufertigen und selbst die Küste herunterzusegeln, um alle anderen fortzuweisen. Noch zwei große russische Fregatten wurden an der Küste erwartet. Dieses Ereigniß beweiset, daß die russische Negierung ungeachtet der scharfen, zwischen unsrer Regierung und dem letzten kaiserl. Gesandten in Washington vorgefallnen Discussionen ernstliche Anstalten getroffen hat, ihren bekannten Ukas in Kraft zu setzen. Der Pelzhandel, den unsre Mitbürger von einigen Theilen der ihnen so versagten Küste aus bisher geführt, ist außerordentlich einträglich und bringt durch den Absatz in China ein großes Vermögen in Thee, Seiden und Rankins heim. Für die von der N. W. Küste und derk^rudwich - Inseln in Canto« eingeführte Maaren löserr^<^xaen *f, des ganzen ELn-
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wichtig,. «O uns durch Gewalt- van demselben ausschließen zu lassen.
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Wien, 2-. May. Se. Mas. der Kaiser, dessen Gemahlin und Familie, haben vorgestern das Sommer- Residenz-Schloß Larenburg bezogen; -sie werden sich, wie eS heißt, bis zu Ende des nächsten Monats dort aufhalten und dann nach Baden gehen. Binnen wenige» Tagen trifft auch die Frau Erzherzogin Maria Louise von Parma ein und wird dort gleichfalls ihren Aufenthalt nehmen. Der König Ferdinand von Neapel begibt sich, wie es heißt, nach Schönbrunn» — Der Prinz Maximilian von Baden ist hier angekom- men und wird dem Kaiser und der Kaiserin vorge- stellt werden.
Berlin, 27. May. Das neueste Stück der Gesetzsammlung enthält die königl. Cabinetsordre vom 16. d. M. wegen Vereinigung des Schatzministerii mit dem Finanzmintsterio. Hiernach wird ersteres mit dem
Juny d. I. aufgelöst und sie Geschäfte gehen an das von dem königl. Staatsminister von Klewitz verwaltete Frnanzministerium über, wobei jedoch 1} eine Immediatcommiffion als temporäre Miutsterial-
behörde für die abgesonderte Restverwaltuttg und das Liquidationsverfahren aus der Zeit der Landes-Occu, pation in- dem Großherzogthum Posen und den Culm. und Michelauschen Kreisen, in dem Großherzogthmrr Berg und in den Provinzen, welche zum ehemaligen Königreich Westphalen gehört haben, so wie in dem Erfurtischen Gebiete und der Grafschaft Blankenhain hier niedergesrtzt wird; 2) derselben Jmmediat Mission ist die Verwaltung des sogenannten phälischen Rückstandsfonds und sämmtlicher R fonds in den Provinzen jenseits der Weser un> oes Rheins übertragen, so wie 3 ) das Geschäft des tatenmäßigen Ordnens der mit demHerzogthum sen übernommenen Schuldverhältnisse und die^des» fallsige Auseinandersetzung mit dem Königreiche Lachsen, dem Großherzogthum Weimar und dem Fürstl. Hause Reuß-Greitz. Die Verwaltung des Staatsschatzes wird iw derselben Art bei der General - Com trolle fortgesetzt.
München, 27. May. Nachdem die Vorbereitungen zur Erbauung der neuen Jsarbrücke so weit vorgerückt waren, daß die Grundsteinlegung geschehen konnte, so wurde diese heute, als an dem 67sien Geburtstage Unsers vielgeliebten Königs, vorgenom. men. Um rr Uhr Mittags, nach^ Beendigung des feierlichen von dem Freiherrn v. Gebsattel, Erzbischof von München, in der Metropolitankirche zu U. L. F. in Gegenwart der königl Staatsminister und der hoher» Staatsbeamten gehaltenen Hochamtes, ward auf den Bauplatz gezogen, wo eine Abteilung des Land- webrreqimentrs zur Handhabung der Ordnung aufge- ssellr war. Der «sn-iuihfl-ptn vmtrhp in hfr Mitte dks Widerlagers der neuen Brücke am linken Ufer der Isar gelegt. Der erste Bürgermeister, v. Mittermayr, eröffnete die feierliche Handlung mit einer Anrede, las hierauf dir auf der Grundsteinplatte befindlich« Inschrift vor und legte sodann diese Kupferplatte, während die Musik des Landwehrregiments spielte und das Artilleriecorps desselben die Kanonen abfeuertt, in den Grundstein der neuen Jsarbrücke. Hierauf überreichte der Stadtbaurath Probst den erbetenen Zeugen: den Staatsministern Grafen v. Thürheim, Freiherrn v. Lerchenfeld, Freiherrn v. Zentner, dem Regierungspräsideuten v. Widder, das in Glas geschmolzene Bildniß des Königs, königl. Münzen des gegenwärtigen Jahres aller Art, einen Dukaten aus Jsargold und eine silberne Denkmünze mit dem Wappen der Stadt München und der Inschrift: Der Grundstein der Jsarbrücke wurde von dem Magistrate gelegt den 27. May *823-. Nachdem die Zeugen dieses alles in den Grundstein gelegt hatten, wurden ihnen von dem Stadtbaurathe Hammer und Kelle zu den gewöhnlichen Ceremvnien dargerekcht. Während hierauf der Grundstein geschlossen wurde, vertheilte der erste Bürgermeister unter die beigezvMen «6 Kinder