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Gvttiilgische gel. Anzeigen.

und das Kaninchen haben bey absolut kleineren Seh- nerven dennoch absolut größere Wierhügel als der Hund. Auch irrt er, daß die runden Knollen der Vögel nicht die corpora quadrigonia seyen.

Der -Satz, daß die Centralenden der Sehnerven keine Gemeinschaft mit dem Sehhügel haben, wiederspricht al­lem Augenschein, und bedarf keiner Widerlegung. Es ist wirklich doch zu anmaßend, allen Anatomen von Galenus Zeiten an so die Fähigkeit des richtigen Sehens abzuspre­chen, daß sie eine Verbindung der Sehhügel mit den Seh­nerven statuiert haben sollten, die gar nicht existiere!

Dem Dr. Spurzheim wollte es durchaus nicht ge­lingen diese Centralenden der Sehnerven weiter als bis ans Lorxus geniculatum zu streifen, und er gestand frey gegen Dr. G. daß sie sich nicht weiter streifen ließen.

Eben so unrichtig fand ich seine Behauptung die Blut­gefäße verriethen diese Richtung indem sie ganz den Fa­sern des Centvalendes der Sehnerven folgten.

Die Absurdität der Benennung eintretende und austretende Nerven der Hirnmaffe fand auf "meine Erinnerung Hr. Dr. G. denn doch selbst so arg, daß er wenigstens >zu München davon abging, und in seinen De­monstrationen nicht ferner davon sprach, sondern sich des Ausdrucks Markfasern dafür bediente, und zu dem ganz gewöhnlichen Sprachgebrauch zurückkehrte.

. Im Grunde hat Hr. Dr. G- außer dem Oeredello kei­nes einzigen Gehirntheils Nutzen angegeben, oder dessen Function teleologisch bestimmt. Was sollen der Bogen, die Scheidewand, der gerollte Wulst, der graue Hügel, die schwarze Substanz, der Vierhügel, die Zirbel, der Trich­ter, die Markkügetchen, der krause Kern des kleinen Ge­hirns , der Hirnanhang u. ff.?

Und selbst unter allen Argumenten für den Satz: das Cerebellum ist Organ des G eschlechts tri eb es, finde ich nur zwey, die wirklich beweisende Kraft besitzen, nämlich (s. oben):

1. Daß das Cerebellum bey geilen Menschen phlogo- siert sey.

2. Daß man es ungeheuer groß bey einem unersättlich geilen Wahnsinnigen angetroffen habe.

Ich gestehe, daß ich an der Wahrheit dieser Angaben noch so lange zu zweifeln mich genöthigt sehe, bis sie von Andern, und überhaupt Mehreren bestätigt werden, oder bis ich sie selber bestätigt finde.'

S. 9 Ueberschrift: St. 3.4. l. 2. 3,