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Göttingische gcl.' Anzeigen"
alles -das überflüssig, was B. S. Albinus in seiner mit Attischer Vollendung abgefaßten Abhandlung äs sinuosis cerebri flexibus , was Ludwig in seiner gründlichen Monographie de cinerea cerebri substantia so trefflich auseinander setzte, und mit der Behauptung / die Rindensubstanz ist eine Brieftaschen-oder portefeuille- artig zusammengefaltete Haut / wäre »die Sache erklärt und Allesabgethan^
Kurz selbst wenn dieser. Begriff von Faltung > und Entfaltung richtig. wäre, lehrt erc uns gar nichts, und dringt uns in der Kennttftß des Hirns ' um gar nichts weiter; denn je mehr man darüber nachdcnkt, desto unstatthafter erscheint dieser ganze Faltungsbegriff.
11. Daß i mir es aber- nicht an lder hierzu erforderlichen Feinheit in-der anatomischen Untersuchung^,des Gehirns, fehle,- kann ich-dadurch zu meiner Beruhigung, beweisen, daß ich die weit feinere, dünnere und zartere Rindensubstanz des Cerebelli von der übrigen Markmasse sich nicht nur haarscharf unterscheiden, sondern selbst deutlich und merklich sich losgehen und entfernen sah; wie ich in meiner.H)irnund Nervenlehre §.64 anmerkte.^ Ich kann davon die auffallendsten Beweisstücke an Menschen- und Thiergehir- nenciin meiner Sammlung anatomischer Präparate, darlegen.
Nie habe ich aber etwas Aehnliches am große^ Gehirn gefunden.; auch ist mir nicht bekannt, daß.»jirgend ein anderer Anatom so etwas bemerkt Härte. Und doch ist ja Alles im cerebro in dieser- Hinsicht ohne allen Vergleich größer: Folglich da. man das Feinere -am Cerebeilo zu demonstrieren vermag- so -sehe ich nicht ein, warum man nicht auch das weit Gröbere am Oerebro sollte demonstrieren können, falls es wirAich in der Natur begründet wäre.
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