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Göttingische gel. Anzeigen

nus, die Windungen des Gehirns von

iticTacö yüIvo, circumvolvo, complico nann­te. Carpus, der doch feine meisten Begriffe und Kunstwörter von Galenus entlehnte, scheint hier kein anderes Verdienst zu haben, als daß er i'kt'Ypovq durch plicaturas übersetzte.

*2. Daß diese Entfaltungsmanipulation nicht neu ist, beweiset ferner die vor hundert Jahren von dem wackern Amsterdamer Anton von Rüysch geschriebene Stelle: Leiiciendum quo- que, quod nonnulli faciunt, qtii post indu- rationem in segmenta digitis distringunt ce- rebrum, quo facto striae apparent sicut in casco non admodum indurato et in partes dilacerato, eosque nobis obtrudere conantur pro fractibus cerebri. In der Epistola de- cfma sexta vom Jahr 1713.

3. Das von Vicq d'Azyr auf seiner 19ten Tafel vorgestellte Gehirn ist von außen her zum Theil durch eine analoge Manipulation entfaltet, aber auch von mir deshalb schon 1787 in den Gött. gel. Anzeigen, St. 163, öffentlich als na­turwidrig bemerkt worden. Mein dermaliges Urtheil ist also um so unparteyischer und conse- quen'ter, als ich damals Hn. Dr. G. noch nie nennen gehört batte, er auch wohl schwerlich schon etwas von seiner jetzigen Ansicht vom Gehirne gehabt haben konnte.

4. Daß diese ganze Manipulation äußerst ge­waltsam die so leicht nachgcbende markige Masse des Gehirns zerreißt, Trennungen schafft, von denen in der Natur schlechterdings auch nicht die mindeste Spur sich findet, kann man selbst je­dem Laien in der Anatomie augenscheinlich be­weisen, ich setze ausdrücklich beweisen. Denn wäre eine solche Trennung natürlich, so müßte sie sich doch irgendwo in der Markmaffe auf irgend

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