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nicht nur diese 27 Erhabenheiten der Hirnschale in der Natur vorzeigt, sondern sie sich auch in allen beträchtlichen Sammlungen von Schedeln Nachweisen lassen. Folglich hat dieser Satz seine anatomische Nichtigkeit, und Hr. Dr. G. daher offenbar das Verdienst diese Stellen bemerkt, und den Physiologen bekannt gemacht zu haben.

Lb aber diese Hügel der Hirnschale wirklich Merkmale (Kennzeichen, Andeutungen, Spuren, Anzeigen, Signaturen, Jndicien) von gewissen bestimmten Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen oder Trieben, z. B. zur Tonkunst, Meßkunst, Schauspielerkunst u. s. w. abgeben, ist eine nicht so leicht zu entscheidende Frage.

Herrn Dr. Galt gebührt unstreitig das Ver, dienst sich um die Auflösung dieser Frage zuerst mit ganz eigenem Fleiße, vielem Scharfsinn und be- \ trachtlichen Kosten, seit 1792 über 14 Jahre lang ' bemüht zu haben. In wiefern ihm diese Bemü­hung meiner Einsicht nach gelungen, will ich et­was näher zu bestimmen suchen.

1. Daß die Hirnschalen, die Hr. Dr. G. von ausgezeichneten Malern, Dichtern, Tonkünstlern, Mathematikern, Astronomen, Raufern, Selbst­mördern u. s. f. vorzeigt, und an denen sich diese befraglichen Hügel finden, wirklich solchen Men­schen angehörten, die sich durch die genannten Eigenschaften auszeichneten, darf man wohl nicht bezweifeln. Denn fände hier der leiseste Ver­dacht einer Täuschung statt, so verdiente die ganze Sache keine Sylbe Erwähnung.

Die Kopfbildung von Blumauer, Alxinger, Fräulein Frank, welche ich persönlich gekannt hatte, vermochte ich noch in den Schedeln, die er bey sich hatte, zu erkennen.

2. Eben so wenig kenne ich bis jetzt ein ein­ziges Beyspiel, welches Hn. Dr. G. entgegen-