hierauf habe ich zu entgegnen, daß es dennoch nicht so leicht seyn möchte von Schmetter­lingen und noch weniger von Käfern hundert Arten aufzuzeichnen, welche in jeder Gegend Vorkom­men, bevor der Verein nicht eine Fauna von Deutschland in Händen hat, wie Hr. vr. Speyer zu Pyrmont sie beabsichtigt. Es hätte danach jedes Mitglied ein Verzeichniß der Schmetterlinge oder Käfer seiner Gegend anzufertigen und darin hauptsächlich den Ort oder die Pflanze, an der das Thier vorkommt, so wie ob es 1 ) gemein, 2) häufig, 3 ) selten, oder 4) sehr selten sich sindet, kurz anzugeben. Diese Verzeichnisie würden dann zusammengetragen wozu für die Schmet­terlinge Hr. vr. Speyer sich erbietet und gedruckt. Ueber die Coleopteren, die in einem Umfange von 2Meilen bei Cassel Vorkommen, besitzt man schon ein sehr schätzbares Verzeich­niß, welches Hr. Burggraf Landgrebe daselbst auf Anregung des Vereins für Naturkunde aufgestellt hat (Cassel 1838 , Druck und Papier von Jerome Hotop).

Den verehelichen Mitgliedern empfehle ich also die Anfertigung solcher Verzeichnisse, die bei den Coleopteren vorzüglich alle Synonymen enthalten müßten, wodurch nicht nur manche verdrieß­liche Irrungen vermieden, sondern auch eine gleichmäßigere Benennung der Käfer (Gattungs- und Artnamen) befördert würde.

Diese Gleichmäßigkeit erscheint mehr und mehr als nothwendiges Erforderniß und er­streckt sich auch auf die Nadeln und Etiqnetten. Wie unangenehm ist es, bald sehr kurze, bald wieder sehr lange Nadeln mit den Jnsecten zu bekommen! wie schwer ist es nicht, das Thier an eine bessere Nadel zu befestigen, bei kleinen Schmetterlingen in der Regel ganz unmöglich!

Mit den Etiquetten ist es oft angenehm, die eigenhändig geschriebene des Gebers an dem Jnsect zu lassen und wenn man das auch nicht will, so muß man doch erst neue Zettel schreiben, was immer mühsam und zeitraubend ist. Ich wollte daher Vorschlägen, für den Verein schöne Eti­quetten lithographiren zu lassen und davon jedem Mitglied eine Parthie zuzusenden, damit diese wenigstens die für den Tauschverein bestimmten Jnsecten damit versehen. Wem es an ordent­lichen Jnsectennadeln fehlt (und die Sendungen beweisen, daß dies der Fall ist), der wird gebeten, sich an Hr. Fischer von Röslerstamm zu wenden, indem dieser sich erboten hat, solche gegen den billigsten Preis abzulassen.

Ein Desideratenverzeichniß zu geben, scheint mir bei dem jetzigen Tausch-Verfahren über­flüssig; nur im Allgemeinen bemerke ich, daß die kleineren Arten der Schmetterlinge mehr verlangt wurden und daß dies auch wohl bei den Käfern statt finden möchte.

Schließlich bitte ich die verehrlichen Mitglieder über die hier geäußerten Wünsche und be­sonders wegen der Bestimmung eines Vorstehers und der Geschäftsführer sich baldgefällig zu erklä­ren, damit nach der Mehrheit ein Beschluß gefaßt werden kann und nicht die gegebenen Vorschläge, wie im vorigen Jahre, verhallen und aufgegeben werden müssen, weil sich nur einige darüber aus- sprachen. So lange der Verein nicht in einer Generalversammlung sich über die streitigen Puncte berathen kann, sieht sich der Geschäftsführer in einer mißlichen Lage, und von allen Seiten wird er mit Klagen bestürmt, denen allein er doch nicht abzuhelfen vermag, und ladet zugleich den Schein einer Partheilichkeit und Nachlässigkeit auf sich, wenn er gemachte Vorschläge und Wünsche unerfüllt lassen muß.