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156 Die Absonderung.
starke und sehr feine Theilchen auf, für leichtere, mit wem', ger Nachdruck bewegte und gröbere Theilchen sind sie geschlossen. Etwas ähnliches thut die Reizbarkeit. Denn, wenn ein absonderndes Gefäß sehr empfindlich ist, wird es gröbere Säfte ausschließen, die flüssiger» durchlassen: statt des Schleims werden sie in der Harnröhre ein gelbes dünnes Vlutwasser abgeben, und ein ähnliches Wasser statt des Talgs unter der Haut: oder auch die Menge des absondernden Safts wird sich vermehren, wie wir an den Thränen ein Beispiel sehen.
§. 222. Endlich vermehrt nun ein beträchtliches die Geschwindigkeit der Absonderung, wenn das Herz nahe liegt, die Arterie gerade ist, und unter einem kleinen Winkel abgeht: wenn der Ausführungsgang aus einem großem Arterienstänunchen und oberhalb dem Ende desselben entspringt. Vermindert wird die Geschwindigkeit der Absonderung, wenn die abfondernde Arterie eine lange Strecke Wegs sehr fein ist, und durch die Reibung ihr Blut größ- tentheils seine Bewegung verlohren hat, wenn sie vom Her« zen entfernt liegt, und unter einem großen Winkel entssrun- gen ist. Endlich rühre die Verschiedenheit in der Geschwindigkeit, woher sie wolle, so vermehrt eine größere Geschwindigkeit die Menge des absondernden Safts, treibt schwerere Safte aus, und macht die Absonderung gröber und unrei« ner, doch bleiben die Safte flüssig , weil sie ihnen nicht Zeit zum Verdicken übrig läßt: die Langsamkeit der Absonderung befördert das Anziehen der Säfte, ihre Zähigkeit, und ver- muthlich ihre Reinigkeit; denn die ähnlichen Theilchen, die sich nahe liegen, ziehen sich durch Ruhe bequemer an .einander , bleiben in einem großen Kanal, und die dünnern Theilchen gehen durch kleinere Zweige heraus. Daher blos eine
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