IO4 Beschaffenheit des Bluts/

schenftessern sieht, die bekanntlich wilder sind, als die von Pflanzen leben. In Ansehung der festen Theile rechnet man eine größre Reizbarkeit und eine mit Beweglichkeit ver- bundne Festigkeit zum cholerischen, eine geringere Reizbar- seit mit einer mäßigern Festigkeit zum s anguinisch en, eine ge­

rn Würksamkeit geräth, und lange anhält, und mit einer gemßen Ge­schwindigkeit würkt, antrifft, darf man an einer cholerischen Disposi­tion nicht zweifeln: daher kömmt die Kraft, und besondre Stärke in den Muskeln gewisser Menschen, die mit einer unglaublichen Be­hendigkeit, in kurzer Zeit, und mit einer besondren Beständigkeit ivürkt. ImGegentheilewirdman eine langsame, einem Reize, er sey denn sehr stark, kaum gehorchen­de Znsammenziehung der Muskeln bemerken, wenn man einen phleg­matischen Körper untersucht. Es dauert lange, ehe die Muskeln der phlegmatisch- melancholischen Leu­te, wenn sie auch stark gereizt wor­den, in Bewegung gerathen, und nur langsam vvMhren sie sie. Eine gewisse besondre leicht be- merkliche Weiche m allen Fibren und Membranen, wenn man den Körper eines Phlegmatischen be­rührt, oder die Härte und gleich­sam Trockenheit in melancholi­schen Personen, mit welchen Ei­genschaften die phlegmatischen Personen wenig Schnellkraft, die melancholischen mehr Ton und Schnellkraft sContractilität) ver­binden. 4) Ist zuverlässig in der Luft ein elektrisches Prtncipiuin,

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welches verschiedentlich durch das Atbemholen dem Körper mitge- theilt wird, die Fibren mit dem natürlichen Ton versieht, dewGe, säßen eine lebhaftere Bewegung er- theilt, die Heiterkeit der Seele ver­mehrt, und wechselseitig vermin­dert. So wie nun nicht zu allen Stunden, Jahreszeiten, und in jedem Klima, in der atmosphäri­schen Lust dieses Principium in gleicher Menge vorhanden ist, so daß wir zuweilen,wie z.B. beim Si- rocco in Sicilien, die höchste Er­schlaffung aller Fibren fühlen, die schleunig nachläßt,sobald gleichsam mit der heitern elastischen Lust die Leibs- und Seelenkräfte wieder­kehren, so saugen gleichfalls nicht alle Menschen in gleichem Maaße diese elektrische Materie ein, und veranlassen dadurch eine merkliche Verschiedenheit der Temperamen­te. 5) Mit allem diesem müssen wir endlich noch die verschiedene Natur, Mischung und,Menge des Bluts in Ansehung seiner Ele­mente vereinigen: so daß ein-srär- kerer im Blute vorhandener Reiz das Herz zu lebhafter« Schlägen reizt, eine schärfere und häufigere Galle, die wurmsörmige Bewe­gung nachdrücklicher befördert, der Ueberfluß des Schleims, z» öfter» Schum