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102 Beschaffenheit des Bluts,

sein Gewicht und alkalinischen Theile, vermehrt ein arbeit­sames leben, das männliche Alter, und ein Fieber. Das Blutwaffer, und den Schleim in selbigem, vermehren die entgegengesetzten Umstände, je jünger ein Thier und je müßiger es ist, ferner wäßrigte vegetabilische Nahrungs­mittel , die den rochen Theil des Bluts mindern, und Ueber- fluß vom Wasser verursachen. Hohes Alter vermehrt den tothm Bluttheil, und vermindert die Gallert,

§. i$i^ Von diesen Grundsätzen, mit denen man jedoch die Beobachtung der soliden T heile vereinigen muß, hängen die Verschiedenheiten der sogenannten Temperamen- ,3 te ab 6 *). Denn eine überflüssige Menge von rothen Blulkü- - - o . <y. 1.017 gel-

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- Die Lehre von den Tempera­

menten des menschlichen Körpers, indem Sinn, in welchem sie meh- reiitheils H^Aerzte nehmen, und in welchem fte auf Schulen gelehrt werden, verräth durch ihre Abthei­lung in vier Gattungen, und Her­leitung ans der verschiedenen Na­tur und Mischung des Bluts, gar zu sehr ihr Alterthum und beson- -ers die Zeiten Galenus. Mir scheint es außer allemZweifel gesetzt zu seyn, daß es Temperamente Siebt, und daß man eine gewisse Richtschnur bemerken könne, an die sich die menschliche Natur sowol als der vollkommnerenThiere hält, und nach der sie sich bei Verrich­tung der Geschäffte des Leibes ns,., und der Seele, bei B s sch k tzun g »der Schwächung der Gesundheit und des Lebens selbst, und bei den meisten Geschäffren und Der, richtungen des Lebens, und den

Handlungen der inner« und äußern Theile, die mit der Glückseligkeit der lebendigen Geschöpfe lyehr oder weniger verbunden sind, richtet. Will man also,, diesem verschiede­nen Bezüge, und der einmal nun mitgcrheilten Bestimmung der Theile unsers Körpers irgend einen Namen, wie z.B.einer Pflanze oder einem andern natürlichen Körper geben, und deshalb, die altväteri- schcn Benennungen sanguinisches, cholerisches, phlegmatisches, und melancholisches Temperament beibehalten, und andern vvrzie/ hen, so erinnere man sich, daß nicht blvs aus der verschiedenen Beschaffenheit des Bluts allein, die mannigfaltige Mischung der Men­schen und Thiere, oder die Tempe­ramente entstehen, und daß nicht alles unter diesen vier M^disicatio- nen begriffen werden könne.

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