86 Das Herz.

Widerstände sind, die das Herz überwindet. Man schätze das ungeheure Gewicht des ganzen Bluts, das fünfzig Pfund und vsrmuthlich noch drüber betragt; denn dieses ganze Gewicht bringt nach einer Ruhe das Herz ganz allein leicht wieder in Bewegung/ wie man an Leuten ficht,, die in Ohnmacht gefallen, oder dem Anschein nach er­trunken waren. 5<5 ) Ferner bedenke man den großen Ab, - gang an der Geschwindigkeit/ der von der größeren Mün­dung her Aesie kommt, und sogar in den Gesäßen der Därme, bis zur 24ten oder goken Potenz des Verhältnisses wie 2 zu g geschätzt werden kann. Und doch werden Feuch­tigkeiten auch durch die kleinsten geschwinde fortbewegh z. B. die unmerkliche Ausdünstung, die ich in unterirdi­schen Gruben sehr schmll wie einen Rauch aufsteigen gese­hen habe / und das Blut in Fischen. Wenn man überlegt, daß die Reibung in jeder Maschine den größten Theil der Kräfte vernichtet/ und daß im menschlichen Körper eine viel klebrigere Flüssigkeit als Wasser in so engen Kanälen stieße/ daß kaum einzelne Kügelchen, und diese vielleicht picht einmal ohne- ihre Gestalt zu verändern durch kön­nen/ folglich dieses Reiben einen großen Aufenthalt verur­sachen müsse, so sieht man leicht ein, daß die Kraft an­sehnlich feyn muß, die eine so große Masse, bey allen Wi­derständen, und Abgängen von ihrer Stärke, fortschafft. e)f§

Auch^

56)Die entgegengesetztenSchlüffe, -ie einige aus den neusten Be­obachtungen von Marderr, Spav tanzani, Fontana, prochaska zu tilgen scheinen, sind doch, wenn «an dieSache tiefer untersucht,von der Hallerischen Meynung über die Ursachen der Bewegung des Her­zens, Hber hie Veränderung der

Gestalt bey der Bewegung, über die Kraft, Geschwindigkeit und Dauer dieserWürkung, nichtsehr verschieden.

e) Alle diese Erscheinungen wer­den leichter erklärt, wenn man, wie billig, ein Mitwürken der Gefäße, und besonders der Arte­rien an nimmt. M.