Fr Das Herz.

noch wahrendem Sterben zieht die Kalte der Glieder, die die Lebenswärme verlassen hat, die Venen zusammen, und schickt ihr Blut zum Herzen, zu welcher Zeit, die wegen Abgang des Athemholens unzugängliche Lunge, kein Blut mehr in die linken Herzhölen herübersendet. Und umge­kehrt ruht das gehörig ausgeleerte Herz. So kann es geschehen, daß statt der Hohlader und des rechten Herz- vhrS die letzten Ueberbleibsel des Lebens in das linke Ohe und die linke Kammer übergehen, wenn man macht, daß die Herzhölen der rechten Seite leer, die linken vom Blutt gereizt werden b). Wollte man vom Druck auf die Ner­ven die Ruhe des Herzens herleiten, so widersprechen die

Herz-

Das lange von allem reizende«; Stoff entledigte Herz des Frosches schlägt 6 t 12 und mehrere StM den nach einander, schlägt mit einem so regelmäßigen Wechsel von Zusammenziehung und Ruhe seiner Theile fort, daß man bei seinem Anblick das Unerklärbare des Phänomens, im Widerspruch mit der Hallerschen Behauptung, fühlt, und unleugbar überzeugt wird> daß etwas anderes die Ur- fach davon seyn müsse. Jst's Ge­wohnheit? oder ließe sich's von dem gleichförmigen Fortgang der äußern Haut des Herzens über das Ohr und die Herzkammer her­leiten ? Der letzten Meinung widerspricht das doppelte Herz der warmblütigen Thiere und des Menschen nicht, indem dadurch die gleichzeitige Zusammenziehung beider Seiten des Herzens eben so leicht, als die auf sie folgen­de der Herzhölen erklärt werden kann. m.

l>) So sehr ich überzeugt hm, daß Reizbarkeit und Nervenkraft in Verbindung mit einander die hanptwürkenden Ursachen zur Be­wegung des Herzens sind; so glau­be ich doch, daß man von daher die abwechselnden Bewegungen der Theile des Herzens nicht» allein erklären kann. Früher ruht zwar, gegen ihre Gewohnheit, die rechte Seite des Herzens, wenn man durch Eröffnung der rechten Brusi- höle die Lunge dieser Seite un­wegsam macht und durch Unter­bindung der Hohladern und Aus­schneiden des Ohrs dieser Seite die reizende Ursach von ihr ent­fernt. Allein immer noch geschieht «s nicht sogleich; noch bemerkt man ken Wechsel von Würkung der verschiednen Theile desselben. Die Theile der linken Seite hin­gegen, so strotzend sie mit Blut gefüllt, also beständig gereizt sind, lassen doch auch in ihren Zusam- menzsehungen abwechselnd nach.