70 Das Herz.

auf ihm erscheinen; daß ferner das ausgeriffene schon er­kaltete Herz, wenn man es sticht, aufbläst, oder sonst reizt, sich zusammenzieht, auch daß seine zerschnittene Fibern sich in einem Kreise runzeln, wo doch kein Nerve, keine Arterie mehr dem Herzen zu Hülfe kommt. Diese Reizbarkeit findet sich starker und halt langer im Herzen als in irgend einem andern Theile des Körpers an, daher es noch alödenn durchs Reizen zur Bewegung zurückge- brachk werden kann, wenn dies mit keinen andern Mus­keln mehr gelingt. Das ungebohrne Kind hat ein reizba­res und grösseres Herz, dessen Bewegung auch in der Kälte noch sehr lange anhält« Diese Bewegung ist ange- bohreii, und kömmt weder vom Gehirn, noch, der Seele, da sie im gestorbenen Thiere, * selbst in dem aus der Brust gerissenen Herzen noch übrig bleibt, und nach Will- kühr weder beschleunigt, noch langsamer gemacht werden kann.

§, 103, Also wird das Herz von hem eintretenden ve­nösen Blut gereizt, und zur Zusammenziehung gebracht. : Diese Zusammenziehung geschieht krampfhaft, äußerst ge- j schwinde, mit offenbarer Runzlung der Fibern, das ganze I Herz wird kürzer, dicker, härter, und die linke Herzkam­mer nähert sich mäßig, die rechte aber stärker, der Schei­dewand, die Grundfläche etwas weniges der Spitze, deut­licher aber^ie^SMe der Grundfläche, welches ich ganz zuverläffg bei lebendig geöffneten Thieren gesehen habe, so, daß ohnfehlbar irgendwo ein Versehen vorgegangen seyn muß, wenn berühmte Männer behaupteten, daß das Herz unter der Zusammenziehung sich verlängere. In Thieren, die warmes Blut haben, scheint das Herz nicht blaß zu werden. Auch die Scheidewand des Herzens wird

1 kürzer,