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50 Die Bewegung des Bluts

jpümt das Blut bis ans Herz hin durch die Kraft des Gif­tes. Auf eben diefe Weife beygebracht hat der Mohnsaft eine schlafmachende Kraft im Gehirn, ein abführendes Mit­tel seine Würkung auf die Gedärme, und ein Brechmittel auf den Magen geäußert; zum klaren Beweise, daß das Blut, womit ein solches Gift fortströmt, aus den Venen ins Herz, und in den ganzen Körper des Thieres gelange.

§. 69. Ferner beweiset dies der versuchte Bluttausch (transfi<fio). Man ließ in ein von Blut ganz erschöpftes Thier durch eine Vene das Blut aus deri Arterie eines andern fließen, und fand, daß sich das Herz, die Arterien und Venen so anfülletcn, daß das Thier völlig munter, 'strohend, ja sogrw vollblütig wurde.

§. 70. Den Uebergang des Bluts aus den klein­sten Arterien in die kleinsten Venen beweiset das E insprützen. Ein einziger Stamm einer Arterie füllet sehr leicht alle Ar­terien und Venen im ganzen Körper an, wenn die Flüssig­keit, die man dazu gebraucht, wasserigt und dünne genug ist; am leichtesten geschieht es im Kopf, im Gekröse, im Herzen und in den Lungen.

§.71. Endlich hebt das Vergrößerungsglas bey dem Schwanz, dem Gekröse, den Füßen der durchsichtigen Thiere allen Zweifel, daß das Blut, wenn es durch die Arterien bis in die äußersten Theile gebracht worden, theils in die Venen, die unzertrennt aus den umgebogenen Arterien entstehen, theils durch die Zweige, die sich aus dem Stamm einer Arterie in eine parallel laufende Vene begeben, folg­lich durch Venen zu dem Herzen zurückkomme. Dieser Ue­bergang geschieht nicht nur in den Gefäßen, welche nur für ein Blutkügelchen Raum haben, sondern auch, in den

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