io Fiber/ Zellgebe/
§. 15. Es scheint also, daß ein eyweißartigeS Wasser, mit einem geringen Theite Erde vermischt, ursprünglich ? auf ei nen Druck , dessen Ursache wir hier nicht berühren, sich in Faden vereinigt habe. Diese Faden hangen durch gegenseitig anziehende Kraft zusammen, lassen Zwischenräume übrig, und bilden das Zellgewebe; nach und nach erhalten sie einige Zähigkeit durch die Annäherung derErd- theilchen, die auf die Austreibung des zu vielen waßrigten Leims folgt. Wo die Blättchen dieses Gewebes einen stärker» Druck erlitten, ging es in Fibern über, oder auch in Bekleidungen, und verwuchs endlich mit seinem unorganischen Leim (§. 14.) zu Knochen. Ueberhaupt scheinen alle sowohl harte als weiche Theile inu menschlichen Körper bloö darin von einander unterschieden zu seyn, daß in den harten, mehrere und näher aneinander liegende erdigte Elemente und weniger Leim; in den weichen hingegen weniger Erde, und mehr Leim, angetroffen wird.
§. 16. Die zellförmige Bildung, (der Zellenbau) bestehr also aus Fibern und Blättchen, die inögesammt dicht, und weder hohl noch gefäßartig sind, wiewol Gefäße sich auf ihnen verbreiten. Sie ist aber vorzüglich auf folgende Weise verschieden 7 ). An manchen Orten ist sie schlaff, locker, und besteht aus langen auseinanderstehenden Blättchen:
7) Das Zellgewebe kann in drey Klaffen eingerheilt werden : i) Die erste begreift das lockre und ausgedehnte , es mag Fett enthalten »der nicht, und verbindet meist die größern Theile des Körpers, die Muskeln und Eingeweide; 2) die zweite das kuutze und gespannte, welche die Bekleidung dex
membranösen Eingeweide, und die Drüsenkörner (acinos) verbindet;
die dritte das dichteste, woraus verschiedene Häute entstehen, als die saftige Haut der Gedärme und Gefäße, das Brustfell, die Bauchhaut, die weiße Hvdenhaut und andere.
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