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und zum Spieael für unsre heutigen Weiber aufzustellen? Wir. wollen uns nicht einmal auf die unwidersprechllche Erfa! rung der Physiologie berufen, nach welcher die Natur dem Weibe die straffen Nerven, und vollere Muskeln des Mannes versagt hat, denn Hr. B. ist dreist genug, auch diesen Unterschied bloß von der Verziehung und mangelnder Uebung herzuleiten; aber was war es denn Großes, daß deutsche Weiber ihre Männer in den Krieg, auf die Jagd, und. zrzr Rathscdlagnug begleiteten, wenn ihnen dafür das weit schwerere Geschält der Kinderzucht, der Haushaltung, der Kleidu^f und Ausschmückung stires Körpers ganz erlassen war? Hat denn der Hr. Dokt. wirklich eine Hausmutter gesehen, die, wenn sie allen diesen Pflichten mit Lust und eigener Kraft obliegt, bloß ihre Finger dazu braucht? oder so viel Zeit für andre öffentliche Geschäfte übrig b?dä!t? Ist das wohl ein philosophisches Auge, welches um dieser dem Anscheine nach kleinern Geschäfte das Weib als isolirt sicht, und seinen großen Einfluß aufs Ganze verkennt, da es doch^rs Mannes wahre Zufriedenheit, folglich auch feine Wirksamkeit fördern , und dem Staate gute Bürger schenken kann? Und warum denn auch bey dieser Gelegenheit die Galle gegen die Priester, oder wie Hr. B. sagt, gegen die Pfaffen, entschüttet, da sie doch eigentlich Paulo folgten, wenn sie das weibliche Geschlecht vom Lehren, und andern öffentlichen Aemtern zurückhielten ? Nicht sie, sondern er subordinirt das Werd dem Manne so deutlich, und aus so gar stattlichen Gründen. — Das Leben der Jungfer Schurmanninn hat sich der Hr. Doktor recht zum Affront hieher gesetzt, denn sie beweist deutlich, wie wenig ein Frauenzimmer für seinen angewiesenen Beruf thun kann, wenn es sich mit Ernst den Wissenschaften we-cht, und was es überhaupt selbst mit diesem Wissen für ein traurigc^nde nimmt.